EVG schließt Warnstreiks bis zum nächsten Treffen mit der Deutschen Bahn aus

In die Tarifverhandlungen zwischen Deutscher Bahn und Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kommt Bewegung, ein Streik ist vorerst ausgeschlossen. Die Bahn besserte ihr Angebot noch einmal nach und bietet nun bis zu 12 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 24 Monaten, wie der Staatskonzern am Donnerstag nach knapp dreitägigen Verhandlungen in Fulda mitteilte.

Für mittlere Einkommen bedeute es 10 Prozent mehr, für höhere 8 Prozent mehr. Hinzu kämen 2850 Euro Ausgleichsprämie für die Inflation noch in diesem Jahr.

Bisher hatte das Angebot neben der Prämie 10 Prozent mehr für untere und mittlere Einkommen bei einer längeren Laufzeit vorgesehen. „Wir strecken uns gewaltig. Damit muss jetzt ein Abschluss möglich sein“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. Man wolle eine Antwort bis Dienstag.

Die EVG sprach von konstruktiven Verhandlungen. Das Angebot werde geprüft. Nächste Woche wolle man sich äußern und die Gespräche mit der Bahn fortsetzen. „Arbeitskämpfe können wir bis dahin ausschließen.“

Die EVG hat 12 Prozent mehr Lohn gefordert, mindestens aber 650 Euro im Monat mehr. Ihren Forderungen hatte die Gewerkschaft mit zwei Arbeitskämpfen im März sowie April Nachdruck verliehen und dabei bundesweit den Bahnverkehr lahmgelegt. Sie verhandelt für rund 230.000 Beschäftigte bei rund 50 Bahn- und Busunternehmen, darunter etwa 180.000 bei der Deutschen Bahn.