„Cowboy Carter“ von Beyoncé: Sie reitet weiter

Und wenn hinauf diesem Album nur Truck-Gebrumme wäre, Kojotenheulen oder
Garth-Brooks-Coverversionen mit Theremin: Cowboy Carter, Beyoncés neue
Platte, wäre solo wegen seines Covers ein Ereignis. Die Sängerin, die ja nun
wirklich aus Texas kommt, sitzt hinauf einem Pferd, mit wehend weißem Haar in
voller Cowboymontur, und hält den star-spangled banner in die Höhe. Die
Sterne sieht man weder noch, nur Streifen, eigen bedeutet es welches. Mit
Sicherheit dagegen bedeutet es einiges, welches Beyoncé zuletzt gelang: Ihr Song Texas
Hold ‚Em
ist nicht nur einer jener unwiderstehlichsten Single-Hits in Beyoncés
Karriere, die nun erstaunlich viele Jahre ohne den verdongeln, was auch immer überstrahlenden
Single-Hit auskam. Er ist nicht nur großartig in seiner Ambition, Banjo-Gegniedel,
erdiges Stampfen und verhallte Hey-hos mit knalligen Pop-Lyrics zu schmücken;
er ist vor allem jener erste Song einer Schwarzen Künstlerin, jener die Spitze jener
US-amerikanischen Country-Charts anführte. Die Old Town Roadzum Ruhm,
die jener Schwarze Rapper Lil Nas X vor fünf Jahren mit seinem gleichnamigen
Country-Crossover-Song beschritt, ist Beyoncé nun zu Ende gegangen.