Convivo in Norddeutschland: Wenn das Pflegeheim pleite ist

Das Pflegeheim ist pleite. So ein Satz jagt Betroffenen einen Schrecken durch die Glieder. Vieltausendfach passierte das im Januar, als Convivo Insolvenz anmeldete, 5000 Bewohner in 100 Einrichtungen quer durch Nordwestdeutschland mussten plötzlich um ihre Bleibe bangen. Die ganz schrecklichen Bilder von Pflegebedürftigen, die von Sanitätern am Tag X aus den Heimen abtransportiert werden in eine ungewisse Zukunft, sind ausgeblieben. Doch viel hat nicht gefehlt. Mehrfach wurden Lösungen erst in allerhöchster Not gefunden, einige Heime wurden tatsächlich evakuiert. Noch immer sind nicht alle Einrichtungen in neuen Händen.

Susanne Preuß

Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

Das Elend hat schon vor Jahren seinen Anfang genommen, viele Teile der Convivo-Gruppe arbeiten schon länger mit Verlust. Die Löcher in der Kasse wurden gestopft – vielfach offenbar mit Geld, das dafür nicht vorgesehen war, selbst Geld von den Bewohnern allem Anschein nach. „Wir haben noch nicht alle Taschengeld-Konten gefunden“, berichtet Christoph Morgen, einer der beiden Insolvenzverwalter, die mit der Convivo-Pleite befasst sind „und auch nicht alle Mietkautionskonten.“