Bundestag: Kanzler drängt Ampel-Fraktionen zu Tempo beim Heizungsgesetz
Bundeskanzler Olaf Scholz hat eine zügige Überarbeitung des umstrittenen Heizungsgesetzes angemahnt, sodass es bis Anfang Juli in den Bundestag kommt. „Alle Beteiligten haben diesen Ehrgeiz. Und haben versichert, die offenen Fragen sehr zügig miteinander zu besprechen“, antwortete der SPD-Politiker im Kölner Stadt-Anzeiger auf die Frage, ob das Gesetz noch vor der Sommerpause ins Parlament eingebracht werde. Der Gesetzentwurf – der reine Öl- und Gasheizungen in Neubauten von 2024 an verbietet – werde nun im Parlament diskutiert und verbessert. Daran arbeiteten alle drei Fraktionen der Koalition.
Zum offen ausgetragenen Konflikt zwischen Grünen und FDP um das Gesetz sagte der Kanzler: „Ich verhehle nicht, dass diese Diskussionen für meinen Geschmack durchaus auch leise im Ton geführt werden könnten.“ Er erklärte den Koalitionsstreit aber mit dem hohen Veränderungstempo, das die Ampel eingeschlagen habe – „was zwangsläufig manchmal auch zu lebhafteren Diskussionen führt, als wenn man nur wenig oder gar nichts ändern wollen würde“.
Auf die Frage, ob sein Verhältnis zu Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck unbelastet sei, sagte Scholz: „Eindeutig ja.“
Das Heizungsgesetz fällt in die Verantwortung des Grünenpolitikers. Mit der Entlassung des durch die Trauzeugen-Affäre unter Druck geratenen Wirtschaftsstaatssekretärs Patrick Graichen habe Habeck eine Entscheidung getroffen, die er sich nicht leicht gemacht hat. „Mit dem genannten Gesetzentwurf hatte sie nichts zu tun“, sagte Scholz.