Die versicherten Schäden durch Naturkatastrophen und Extremwetter liegen in diesem Jahr ein Viertel unter den des Jahre 2024. Zu dieser Einschätzung kommt kurz vor Jahresende die Swiss Re, der zweitgrößte Rückversicherer der Welt nach der Munich Re. So geht die Swiss Re davon aus, dass sich die versicherten Schäden in diesem Jahr auf 107 Milliarden Dollar belaufen. Im vergangenen Jahr waren es noch 141 Milliarden Dollar. Die Schadensumme liegt mit drei Prozent auch leicht unterhalb des Zehnjahresdurchschnitts, der sich auf 111 Milliarden Dollar beläuft. Dazu beigetragen hat eine relativ schadenarme Hurrikan-Saison. Sie umfasste bisher 13 benannte Stürme, fünf Hurrikane, vier schwere und drei der Kategorie fünf – namentlich die Wirbelstürme Erin, Humberto und Melissa. Keiner der drei Hurrikans der Stufe fünf trafen in diesem Jahr bislang die USA – erstmals seit zehn Jahren.
Gleichwohl wurde in diesem Jahr Jamaika durch den Hurrikan Melissa schwer getroffen. Laut Swiss Re handelte es sich um den stärksten Sturm, der jemals auf Jamaika gewütet hat, und einer der stärksten, die je im Atlantik verzeichnet wurden. Er stieß mit einer Windgeschwindigkeit von 298 Kilometer je Stunde auf die Karibikinsel und verursachte katastrophale Windschäden, schwere Überschwemmungen und Erdrutsche auf ganz Jamaika. Auch Haiti und Kuba wurden getroffen.
Rekordschaden durch Waldbrände
Die Waldbrände in Kalifornien, die schon in den ersten Tagen diesen Jahres ausgebrochen waren, richteten bislang nie da gewesene Schäden an. Insgesamt summierten sich die versicherten Schäden durch Waldbrände in diesem Jahr auf 40 Milliarden Dollar. Insgesamt entfielen mit 89 Milliarden Dollar 83 Prozent der versicherten Schäden auf die USA. Neben den Waldbränden waren es auch schwere Gewitterstürme. Von ihnen blieb auch Europa nicht verschont. Hier kam es im Mai und Juni zu kräftigen Hagelstürmen, doch die versicherten Schäden hielten sich in Grenzen, weil vor allem Gebiete mit eher geringer Konzentration an hohen Werten betroffen waren.
Unter dem Strich war 2025, zumindest bislang, ein relativ schadenarmes Jahr. Denn auch die Summe aller durch Naturkatastrophen – auch der nicht versicherten – verursachten Schäden liegt nach den Berechnungen des Versicherers mit 220 Milliarden Dollar 18 Prozent unterhalb des Zehnjahresdurchschnitts.
Diese Bilanz sollte den Rückversicherungsmarkt im Naturkatastrophenbereich etwas aufweichen: Sprich die großen Rückversicherer können nicht mehr so hohe Prämien fordern. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank , hält dies für eine Belastung. So haben Werte im europäischen Versicherungssektor in diesem Jahr im Durchschnitt um 26 Prozent im Kurs zugelegt, Rückversicherer hinken drei bis 23 Prozentpunkte hinterher. Ein Alarmsignal für Aktionäre sieht er gleichwohl nicht und verweist auf die gute Solvabilität der Rückversicherer, die im kommenden Jahr eine Gesamtrendite aus Ausschüttungen und Aktienrückkäufen von 4,5 bis acht Prozent erwarten lasse.
Source: faz.net