Zur Besorgnis des Nachbarn: Serbien beschafft sich chinesische Luft-Boden-Raketen

Zur Besorgnis des NachbarnSerbien beschafft sich chinesische Luft-Boden-Raketen

13.03.2026, 12:06 Uhr

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Chinesische Luft-Boden-Raketen des Typs CM-400AKG. (Foto: IMAGO/VCG)

Serbien rüstet seine alten MiG-Kampfjets für chinesische Raketen um. Kroatien befürchtet Schlimmes und warnt vor einem beschleunigten Rüstungswettlauf in der Region.

Der Nato-Partner Serbien hat chinesische Luft-Boden-Raketen des Typs CM-400AKG in das Rüstungsarsenal seiner Luftwaffe aufgenommen. „Wir haben eine beträchtliche Anzahl dieser Raketen, und wir werden noch mehr haben“, sagte Präsident Aleksandar Vucic im staatlichen TV-Sender RTS. Für den Einsatz der Raketen habe die serbische Luftwaffe ihre in der Sowjetunion entwickelten MiG-29-Kampfjets umgerüstet. Serbien ist kein Nato-Staat, aber offizieller Partner des westlichen Verteidigungsbündnisses. Das Land strebt in die EU, obwohl es traditionell eng mit Russland verbunden ist und strategische Beziehungen zu China unterhält.

Kürzlich waren im Internet Fotos aufgetaucht, auf denen die chinesischen Raketen montiert auf serbischen Flugzeugen zu sehen waren. Serbien hat in China unlängst bereits Kampfdrohnen sowie das Luftabwehrsystem FK-3 erworben. Letzteres ist vergleichbar mit dem Patriot-System aus den USA und dem S300-System aus Russland. Gleichzeitig kaufte das Land zwölf neue Rafale-Kampfjets vom französischen Hersteller Dassault sowie Hubschrauber und Transportflugzeuge von Airbus.

Kritik an dem Erwerb der chinesischen Raketen kam aus dem EU- und Nato-Land Kroatien. Die Anschaffung der Raketen gefährde die Stabilität auf dem Balkan, erklärte der ehemalige Gegner Serbiens während der Jugoslawien-Kriege in den 1990er-Jahren. Sie sei ein Versuch, das militärische Gleichgewicht zu verändern, und ein Zeichen für einen sich beschleunigenden Rüstungswettlauf in der Region.

Serbien ist das erste europäische Land, das die CM-400AKG in sein Arsenal aufnimmt. Dabei handelt es sich um eine Überschall-Rakete mit einer Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Den ersten Kampfeinsatz hatte sie 2025 im Konflikt zwischen Indien und Pakistan, als Pakistan damit ein indisches Luftabwehrsystem angriff.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

Source: n-tv.de