„Zu tun sein wir erinnern“ – Merz fordert Grüne zu Debatte gut Frauenbild im Islam hinaus

Im Bundestag hatte sich der Kanzler jüngst beim Thema Gewalt gegen Frauen bereits mit den Grünen angelegt. Jetzt legt Merz nach: Die Partei fordere doch sonst immer „Gleichberechtigung und für Frauenrechte“, werde jedoch bezüglich des Frauenbilds vieler Muslime „ganz still“.

In der Debatte über Gewalt gegen Frauen und Zuwanderung hat Bundeskanzler Friedrich Merz den Grünen vorgeworfen, das Frauenbild im Islam auszublenden.

„Ich wundere mich immer wieder darüber, wie zum Beispiel die Grünen mit einer unglaublichen Pose für Gleichberechtigung und für Frauenrechte einstehen, und dann werden sie plötzlich ganz still, wenn es mal darum geht, mal über das Familienbild im Islam zu sprechen und mal darüber offen zu sprechen, was da denn auch für ein Frauenbild in diesen Gesellschaften teilweise herrscht“, sagte der CDU-Chef in einem Interview beim „F.A.Z.-Kongress 2026“ in Frankfurt am Main. „So, und darüber müssen wir sprechen, das müssen wir ansprechen, und wir müssen es versuchen zu ändern. Und das genau versuche ich zu tun.“

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Merz hatte sich am Mittwoch in der Regierungsbefragung im Bundestag zur Debatte über Gewalt gegen Frauen geäußert und war anschließend scharf dafür kritisiert worden, dass er für einen „beachtlichen Teil“ der Gewalt Zuwanderer verantwortlich machte. Die Kritik kam vor allem von Grünen und Linken, aber auch vom Koalitionspartner SPD. Mit den Grünen hatte er sich schon im Bundestag dazu einen Schlagabtausch geliefert.

Der Kanzler wies nun darauf hin, dass Migration sowohl Chancen und Probleme bringe. Die Chancen lägen in der Migration in den Arbeitsmarkt. Man dürfe aber auch die Augen nicht davor verschließen, dass in den letzten zehn Jahren „ziemlich große Probleme“ mit irregulärer Migration entstanden seien. „Und ich werde mich auch nicht davon beirren lassen, das anzusprechen.“

Klöckner fordert ehrlichere Debatte über Gewalt gegen Frauen

Auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) äußerte sich zu der aktuellen Debatte zu Gewalt gegenüber Frauen. Sie begrüßt die derzeitige gesellschaftliche Debatte, kritisiert diese aber auch. „Wirklich ehrlich ist die Debatte nicht“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Es müsse in Ordnung sein, alle Facetten von Gewalt gegen Frauen anzusprechen, so die Bundestagspräsidentin.

Zwangsehen, Gruppenvergewaltigungen und Übergriffe in sozialen Einrichtungen müssten genauso thematisiert werden wie andere Formen von Gewalt. „Kritik an solchen Missständen muss möglich sein, ohne dass man als rassistisch abgestempelt wird“, sagte die CDU-Politikerin.

Auf die Frage, welche Verantwortung Männer hätten, sagte sie, diese hätten vor allem als Väter Einfluss und müssten einen gleichberechtigten Umgang mit Frauen vorleben.

Hintergrund der aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

dpa/krott/saha

Source: welt.de

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