Zu Händen Panzerbrigade in Litauen: Bericht: Bund will Drohnen-Deal mit Rheinmetall schließen

Für Panzerbrigade in LitauenBericht: Bund will Drohnen-Deal mit Rheinmetall schließen

31.03.2026, 19:25 Uhr

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Die neue Drohne vom Typ FV-014. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine der Lehren aus dem russischen Angriffskrieg: Die Bundeswehr hat erheblichen Nachholbedarf auf dem Gebiet der Drohnen. Nach Helsing und Stark Defence soll nun auch eine Vereinbarung mit einem weiteren Rüstungs-Riesen für die Beschaffung von unbemannten Flugobjekten geschlossen werden.

Die Bundeswehr soll weitere Drohnen vom Rüstungskonzern Rheinmetall für bis zu 2,4 Milliarden Euro erhalten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll dazu in der kommenden Woche einen Rahmenvertrag billigen, aus dem zunächst Waffen für rund 298 Millionen Euro fest bestellt werden, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums hervorgeht. Damit setzt die Bundesregierung die Beschaffung sogenannter Loitering Munition fort.

Bereits Ende Februar hatte der Ausschuss grünes Licht für Aufträge an die Firmen Helsing und Stark Defence gegeben, wobei schon angedeutet worden war, dass ein dritter Auftrag an Rheinmetall folgen könnte.

Bei Tests hatten die Rheinmetall-Drohnen Insidern zufolge zunächst nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert, sodass ein Auftrag zurückgestellt wurde. Die Anzahl der bestellten Drohnen wird im Dokument nicht genannt.

Ausschuss deckelte Aufträge

Bei Loitering Munition handelt es sich um Lenkwaffen, die zunächst ohne bestimmtes Ziel gestartet werden und über einem potenziellen Zielgebiet kreisen. Ein Soldat am Boden kann der Waffe dann ein Ziel zuweisen, das sie selbstständig angreift. Die Drohnen sollen zunächst die neue deutsche Panzerbrigade 45 in Litauen schützen und deren Kampfkraft erhöhen. Bei dem nun zur Beschaffung anstehenden System von Rheinmetall handelt es sich dem Dokument zufolge um das Modell „Raider“. Ziel ist es, den Streitkräften eine breite Palette an Drohnen mit unterschiedlichen Eigenschaften zur Verfügung zu stellen.

Der Haushaltsausschuss hatte bei der Billigung der ersten beiden Aufträge im Februar Bedenken angemeldet. Die Parlamentarier störten sich an mangelnder Transparenz und der Kostenaufteilung. Sie deckelten den ursprünglich auf 4,3 Milliarden Euro angelegten Rahmenvertrag für Helsing und Stark auf je eine Milliarde Euro. Dies soll jetzt zunächst auch für den Rheinmetall-Auftrag gelten. Ferner wollen die Haushälter auch hier jeden einzelnen Abruf aus dem Vertrag selbst noch einmal genehmigen.

Für Unruhe hatte bei dem Geschäft mit Stark zudem die Beteiligung des wegen demokratiefeindlicher Aussagen umstrittenen US-Investors Peter Thiel gesorgt. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte die Bedenken jedoch zurückgewiesen. Ihm zufolge handelt es sich um eine Beteiligung im einstelligen Prozentbereich ohne jeglichen Zugriff auf operative Sachverhalte.

Quelle: ntv.de, lme/rts

Source: n-tv.de