Gabriel Felbermayr ist Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Wien und Universitätsprofessor an der Wirtschaftsuniversität Wien. Seine Forschung konzentriert sich auf die internationale Handelstheorie, die europäische Wirtschaftsintegration und die Wirtschaftspolitik.
DIE ZEIT: Herr Felbermayr, US-Präsident Donald Trump droht
einzelnen EU-Staaten mit neuen Zöllen – diesmal im Zusammenhang mit Grönland.
Wie ernst muss man diese Drohungen nehmen?
Gabriel Felbermayr: Man weiß nie genau, was Bluff ist und was
ernst gemeint. Die jüngsten Zölle auf europäische Exporte liegen im Endeffekt bei durchschnittlich circa 10 Prozent statt bei den im April angedrohten 20 Prozent. Das ist für unsere Exporteure spürbar. Dass Trump am Ende die Drohung abschwächt, ist sehr rational, damit die eigene Wirtschaft in den USA nicht so leidet.