Das Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping soll nach Angaben der US-Administration am Donnerstag um 11 Uhr Ortszeit (3 Uhr MEZ) in Südkorea stattfinden. Die beiden wollen demnach am Rande des Apec-Gipfels im südkoreanischen Gyeongju sprechen. Zuvor hatte China das Treffen ebenfalls bestätigt.
US-Präsident Trump zeigte sich im Vorfeld optimistisch. Er erwarte, dass das
Gespräch gut verlaufen werde. Es werde wohl drei bis vier
Stunden dauern. Hauptthema dürfte eine mögliche Einigung im Zollstreit der beiden größten
Volkswirtschaften der Welt sein. „Die Beziehungen zu China sind sehr gut. Ich
denke also, dass wir ein sehr gutes Ergebnis für unser Land und
für die Welt erzielen werden“, sagte Trump an Bord des
Präsidentenflugzeugs Air Force One auf dem Weg nach Südkorea.
China offen für Zusammenarbeit
Er gehe davon aus, US-Zölle
auf chinesische Waren zu senken, sagte Trump. Im Gegenzug solle sich die
Regierung in Peking verpflichten, die Ausfuhr von Vorprodukten
für das Opioid Fentanyl einzudämmen. In den USA hat die Zahl der
Fentanyl-Süchtigen in den vergangenen Jahren erheblich
zugenommen. Trump hatte China dafür die Schuld gegeben.
China hob seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit hervor. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking sagte, China
sei „bereit, mit der US-Seite zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen,
dass dieses Treffen positive Ergebnisse bringt, neue Leitlinien liefert
und der stabilen Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen
neue Impulse verleiht“.
Das letzte Treffen zwischen Trump und Xi fand 2019 statt. Eine Neuauflage wird mit Spannung erwartet, weil der Handelsstreit beider Nationen enorme Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat. Ob es wirklich einen Durchbruch gibt, ist unklar. Nach Vorgesprächen hatten beide
Seiten von einer vorläufigen Einigung gesprochen. Entscheidend wird sein, wie bindend mögliche Ankündigungen sein werden und welche konkreten Auswirkungen sie hätten.
Trump droht mit 100-Prozent-Zoll
Trump hatte seit Beginn seiner Amtszeit bis
April die Importzölle für chinesische Waren auf bis zu 145 Prozent erhöht, worauf Peking mit Gegenzöllen in Höhe von 125 Prozent
reagierte. Der Handel zwischen beiden Staaten brach zusammen,
weil er damit nicht mehr rentabel war. Bei der ersten Verhandlung im
Zollstreit hatten sich die beiden Staaten auf eine Pause geeinigt, die seither mehrfach verlängert wurde. Frühere Zölle aber laufen weiter – und Trump hat angedroht, ab dem 1. November erneut Zölle von 100 Prozent zu erheben.
Anfang April belegte China wiederum sieben von insgesamt 17 Seltenen Erden mit Exportkontrollen und zog damit einen seiner
wichtigsten Trümpfe. Denn die Rohstoffe sind für Elektronik,
Alltagsgeräte wie Smartphones, aber auch bestimmte Waffen unabdingbar. China ist mit Abstand Weltmarktführer bei Seltenen Erden.
Das Land verfügt über große Vorkommen, hat vor allem aber über die
Jahre durch kräftige staatliche Investitionen ein großes Netzwerk zur
Veredelung von Rohmaterialien aufgebaut. Zudem hält China viele Patente
für dafür benötigte Technologien. Viele andere Produzenten Seltener Erden exportieren diese deshalb nach der Gewinnung nach China.