Der Zoll kontrolliert an Brandenburgs Grenze zu Polen verstärkt sogenannte Tank-Touristen, nachdem die Benzinpreise in Deutschland vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs deutlich gestiegen sind. Es gebe seit mehreren Tagen bundesweit an Grenzübergängen Stichproben, sagte Zoll-Sprecherin Lisa Pörschmann der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“.
Dabei geht es ihren Angaben zufolge vor allem um Personen, die im benachbarten Ausland günstigeren Sprit kaufen und wieder zurück nach Deutschland kommen, ohne ihn zu verzollen. Kontrollschwerpunkte seien die in Brandenburg, Sachsen und Bayern gelegenen Grenzübergänge nach Polen und Tschechien.
In den beiden Ländern sei der Kraftstoff 30 bis 60 Cent pro Liter günstiger, so die Zoll-Sprecherin. Zahlen dazu, wie viele Tank-Touristen seit Beginn der Kontrollen bereits erwischt wurden, liegen noch nicht vor.
Viele Autofahrer nutzen Preisunterschiede beim Tanken auch, um zusätzlich Kraftstoff in Kanistern mitzunehmen, wie der „Blaulichtreport Saarland“ berichtet. Dabei gelten jedoch klare Vorgaben: Bei der Einreise nach Deutschland ist neben dem Kraftstoff im Tank nur ein zusätzlicher Reservekanister mit maximal 20 Litern steuerfrei erlaubt. Wird diese Menge überschritten, können Energiesteuern anfallen. Für Benzin werden etwa 0,90 Euro pro Liter fällig, für Diesel rund 0,70 Euro pro Liter.
Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg ist es wegen des Preisunterschieds beim Sprit teilweise bereits zu langen Schlangen an polnischen Tankstellen gekommen. Für die deutschen Tankstellen im Grenzraum verschärfe sich die Ertragslage durch diese Entwicklung zusätzlich.
Source: welt.de