Irans Präsident wird nach seiner von Hardlinern im eigenen Land massiv attackiert. US-Präsident Donald Trump verschärft indes seine Drohungen gegen die Führung in Teheran. Mehr im Liveticker.
Israel und die USA greifen seit einer Woche den Iran an. Am vergangenen Samstag wurde das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran beschießt Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
15:54 Uhr – Irans Außenminister wirft USA Angriff auf Entsalzungsanlage vor
Irans Außenminister Araghtschi hat den USA vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf einer Insel im Persischen Golf angegriffen zu haben. Die Vereinigten Staaten hätten auf der Insel Keschm ein „unverfrorenes und verzweifeltes Verbrechen“ begangen, erklärte der Minister im Onlinedienst X.
Die Wasserversorgung in 30 Ortschaften sei betroffen, führte Araghtschi weiter aus. Die iranische Infrastruktur anzugreifen sei ein „gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Konsequenzen“. Die USA hätten damit einen Präzedenzfall geschaffen.
14:37 Uhr – Iranische Staatsmedien: Tanker in Straße von Hormus getroffen
Die iranischen Revolutionsgarden haben staatlichen Medien zufolge einen Tanker in der Straße von Hormus getroffen. Das Schiff fahre unter der Flagge der Marshallinseln, heißt unter Berufung auf die Eliteeinheit.
14:12 Uhr – Hardliner attackieren Irans Präsident nach Entschuldigung
Irans Präsident Peseschkian löst mit seiner Entschuldigung bei Nachbarstaaten für Angriffe im eigenen Land Kritik aus. Hardliner werfen ihm vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden.
Der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi schrieb auf der Plattform X: „Mit allem Respekt, Herr Präsident, eine Entschuldigung wird ausgesprochen, wenn ein Fehler gemacht wurde (…) Aber wir haben keinen Fehler gemacht.“ Raschidi-Kutschi warf dem Präsidenten vor, seine Botschaft habe keinerlei Zeichen von Autorität gehabt und sei nur schwach gewesen – was Text, Ausdruck und Körpersprache betreffe.
12:26 Uhr – Trump: „Heute wird der Iran sehr hart getroffen werden!“
Trump verschärft seine Drohungen gegen die Führung in Teheran. „Heute wird der Iran sehr hart getroffen werden“, schreibt Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Es würden nun Gebiete und Gruppen für „völlige Zerstörung und sicheren Tod“ in Betracht gezogen, die bislang nicht als Ziele galten. Zugleich erklärt Trump, der Iran habe wegen der unerbittlichen Angriffe der USA und Israels vor seinen Nachbarn kapituliert und sich bei ihnen entschuldigt. Das Land sei nun der „Verlierer des Nahen Ostens“.
12:13 Uhr – Erneut Luftalarm in Jerusalem – Irans Militär meldet „massive Angriffe“
Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, ertönte zunächst Luftalarm in Jerusalem, später waren mindestens drei laute Explosionen zu hören. Kurze Zeit später hoben die Behörden den Luftalarm wieder auf. Nach Angaben des Rettungsdiensts Magen David Adom wurden zunächst keine Verletzten gemeldet.
09:42 Uhr – Iran: Revolutionsgarden greifen nach eigenen Angaben Öltanker in Straße von Hormus an
Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben einen Öltanker in der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus angegriffen. Das Schiff „Prima“ sei am Morgen von einer Drohne getroffen worden, teilten die Revolutionsgarden der Islamischen Republik laut der Nachrichtenagentur Tasnim mit. Der Tanker habe „wiederholte Warnungen“ der Revolutionsgarden zur Sperrung der Meerenge im Persischen Golf ignoriert.
09:17 Uhr – Israel greift Militär-Uni in Teheran und Raketenlager an
Die israelische Armee hat in der Nacht nach eigenen Angaben unter anderem ein unterirdisches Lager für ballistische Raketen sowie eine Militär-Universität der Revolutionsgarden in Teheran angegriffen. Mehr als 80 Kampfflugzeuge seien im Einsatz gewesen, schrieb die Armee auf Telegram.
Die Imam-Hossein-Universität in Teheran sei von den Revolutionsgarden als Versammlungsort genutzt worden und daher ein legitimes militärisches Ziel gewesen, betonte die Armee. In dem unterirdischen Raketenlager seien Hunderte von Mitarbeitern des „iranischen Terrorregimes“ tätig gewesen.
09:06 Uhr – Emirates will Flugbetrieb wieder aufnehmen
Nachdem der Flugbetrieb wegen eines iranischen Angriffs vorübergehend ausgesetzt worden war, will die Fluggesellschaft Emirates nun wieder Flüge von und nach Dubai aufnehmen.
09:02 Uhr – Iran begrenzt Angriffe auf Nachbarn – warnt aber die „Feinde“ vor Kapitulation
Eine Woche nach dem Beginn des Kriegs hat der iranische Präsident Peseschkian eine Einschränkung der Angriffe auf andere Staaten in der Region angekündigt. Die Interimsführung des Iran habe am Freitag „beschlossen, dass keine weiteren Angriffe auf Nachbarländer ausgeführt und keine Raketen abgefeuert werden, es sei denn, ein Angriff auf den Iran geht von diesen Ländern aus“, sagte Peseschkian in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede.
Peseschkian entschuldigte sich zudem „bei den Nachbarländern, die vom Iran angegriffen wurden“. Mit Blick auf Israel und die USA gab Peseschkian sich kämpferisch. „Die Feinde müssen ihren Wunsch nach der Kapitulation des iranischen Volks mit ins Grab nehmen“, sagte der Präsident.
08:58 Uhr – Libanon: Mindestens 16 Tote bei israelischen Angriffen
Im Libanon sind bei israelischen Luftangriffen laut Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet und 35 weitere verletzt worden. Die Zahl der Opfer könne noch steigen, teilt das Gesundheitsministerium weiter mit. Die Attacke galt der Stadt Nabi Schith im Osten des Landes. Seit dem jüngsten Wiederaufflammen der Kämpfe ist dies einer der Angriffe mit den meisten Toten. Insgesamt sind seit Montag bei israelischen Angriffen im Libanon mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Auslöser der schweren Bombardements war der Beschuss Israels mit Raketen und Drohnen durch die Hisbollah im Libanon.
08:30 Uhr – Geschoss über Flughafen Dubai abgefangen – Emirates stoppt erneut Flüge
Über dem Flughafen von Dubai hat die Luftabwehr am Samstagvormittag offenbar ein Geschoss abgefangen. Ein Augenzeuge sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einer heftigen Explosion und einer Rauchwolke am Himmel. Dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate zufolge attackierte der Iran erneut den Golfstaat. Die Fluglinie Emirates setzte bis auf Weiteres alle Flüge von und nach Dubai aus.
Auf dem Flugüberwachungsportal Flightradar24 war am Samstag zu sehen, dass mehrere Flugzeuge sich über dem Flughafen von Dubai im Kreis bewegten und offenbar Warteschleifen flogen.
07:50 Uhr – Iran: Marine greift Israel und US-Stützpunkte in Emiraten und Kuwait an
Der Iran hat nach Armeeangaben am Samstag Israel und US-Militärstützpunkte in zwei Golfstaaten mit massiven Drohnenangriffen ins Visier genommen. Die Armee schrieb in einer Mitteilung von einer „massiven Welle von Drohnenangriffen“, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete.
Unter den Zielen seien die US-Basis Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ein weiterer US-Stützpunkt in Kuwait gewesen. Zudem hätten sich die Drohnenangriffe gegen eine „strategische Einrichtung“ in Israel gerichtet.
05:05 Uhr – Israelischer Botschafter sieht auch Deutschland „existenziell“ bedroht
Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht auch Deutschland „existenziell“ durch die Führung in Teheran bedroht. Kanzler Merz (CDU) sei „bewusst, dass die iranischen Terror-Proxies und ihre ballistischen Raketen auch Europa bedrohen“, sagte Prosor. Auch deutsche Wirtschaftsinteressen seien betroffen. Die Situation sei ernst. „Die Mullahs haben wiederholt bewiesen, dass sie Terror als politisches Mittel einsetzen.“
03:38 Uhr – Saudi-Arabien fängt Rakte ab
Saudi-Arabien hat eigenen Angaben zufolge eine Rakete abgefangen, die auf einen Luftwaffenstützpunkt zielte, auf dem US-Soldaten stationiert sind.
03:32 Uhr – US-Regierung dementiert Berichte über Russlands Unterstützung für den Iran nicht
Die US-Regierung dementiert Medienberichte, wonach Russland dem Iran Informationen über amerikanische Truppen und mögliche Ziele liefert, nicht. Darauf angesprochen, sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth dem Sender CBS News, dass die USA alles beobachteten. „Wir verfügen über die besten Geheimdienstinformationen der Welt“, betonte er.
Auch Trump selbst wurde bei einer Veranstaltung im Weißen Haus auf die Berichte angesprochen. Witzelnd sprach er zunächst von einem vergleichsweise einfachen Problem – und bügelte die Frage kurz darauf ab.
03:14 Uhr – USA verkauft Israel Waffen ohne Kongresszustimmung
Das US-Außenministerium genehmigt einen möglichen Verkauf von Munition und dazugehöriger Ausrüstung im Wert von 151,8 Millionen Dollar an Israel. Nach Angaben des Ministeriums hat US-Außenminister Marco Rubio einen Notfall festgestellt, der einen sofortigen Verkauf erfordere und im nationalen Sicherheitsinteresse der USA liege. Daher werde es die sonst übliche Überprüfung durch den US-Kongress nicht geben.
02:35 Uhr – Irans Vizeaußenminister warnt EU vor Einmischung
Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Regierung hat Staaten der Europäischen Union mit Vergeltung gedroht, falls sie sich den gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels anschließen. In diesem Fall würde der Iran EU-Staaten als „legitime Ziele“ betrachten, sagt Irans Vizeaußenminister Madschid Tacht-Rawanchi in einem Interview mit dem französischen Sender France 24.
Die Regierung des Iran hätte schon „die Europäer und alle anderen informiert, dass sie sich davor hüten sollten, sich in diesen Krieg der Aggression gegen den Iran einzumischen“, so Tacht-Rawanchi weiter.
02:21 Uhr – Israelische Armee fliegt „groß angelegte“ Angriffe auf Teheran
Die israelische Luftwaffe fliegt in der Nacht nach eigenen Angaben weitere Angriffe im Iran. Man habe „groß angelegte“ Attacken auf Ziele der Regierung in Teheran gestartet, erklärte die Armee. Beteiligt seien mehr als 80 Kampfjets. Iranische Staatsmedien berichteten indes von einer Explosion im Westen der Hauptstadt.
02:29 Uhr – Saudi-Arabien wehrt Angriff auf Ölfeld ab
Saudi-Arabien hat einen Drohnenangriff auf das Ölfeld Schaiba abgewehrt. Mehrere Drohnen seien über der fast menschenleeren Wüste Rub al-Chali abgefangen und zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium in Riad mit.
01:52 Uhr – US-Rüstungsunternehmen fahren Produktion hoch
US-Rüstungsunternehmen haben sich laut einem „Truth-Social“-Post von Donald Trump bereit erklärt, die Produktion „exquisiter“ Waffen zu vervierfachen. Gemeint sind damit häufig besondere, teure oder technisch komplexe Waffen, etwa Hyperschallwaffen oder Abfangraketen mit hoher Reichweite, die in der Regel in geringerer Stückzahl vorgehalten werden als herkömmlichere Kriegsgeräte.
01:18 Uhr – US-Minister stellt „schwerstes Bombardement“ in Aussicht
US-Finanzminister Scott Bessent kündigt besonders heftige Angriffe im Iran an. „Heute Nacht wird unser schwerstes Bombardement stattfinden“, sagte er dem Sender Fox Business. Man werde den iranischen Raketenabschussrampen und den Fabriken, in denen die Raketen hergestellt würden, den „größten Schaden“ zufügen, sagte er.
00:59 Uhr – USA könnten Sanktionen lockern, um Öl-Angebot zu erhöhen
Wegen der angespannten Situation auf dem Ölmarkt hält es Scott Bessent für möglich, Sanktionen auf russisches Öl zu lockern. „Wir könnten weitere russische Öllieferungen von Sanktionen befreien“, sagte Bessent dem Sender Fox Business.
Es gebe Hunderte Millionen Barrel sanktionierten Rohöls auf dem Wasser. Sein Ministerium könne mit einer Lockerung der Sanktionen das globale Angebot erhöhen. Diese Möglichkeit werde derzeit geprüft. Mehr Öl auf dem Markt würde dem jüngsten Preisanstieg infolge des Iran-Kriegs entgegenlaufen, so die Logik hinter der Erwägung. „Wir werden weiterhin regelmäßig Maßnahmen ankündigen, um den Markt während dieses Konflikts zu entlasten.“
00:39 Uhr – USA setzen auf neues Anti-Drohnen-System
Die USA wollen ein amerikanisches Anti-Drohnen-System im Nahen Osten einsetzen, das sich in der Ukraine bei der Abwehr russischer Drohnen als wirksam erwiesen hat. Das als Merops bekannte System solle bald in die Region gebracht werden, um die Verteidigung gegen iranische Drohnen zu stärken, teilten zwei US-Vertreter der Nachrichtenagentur AP am Freitag mit.
Bisher setzen die USA die Luftabwehrsysteme Patriot und THAAD ein, deren Munition jedoch um ein vielfaches teurer ist als iranische Drohnen. Das Waffensystem Merops setzt Abfangdrohnen gegen feindliche Drohnen ein. Es ist klein und kompakt genug, um im hinteren Teil eines mittelgroßen Pickup-Trucks Platz zu finden. Die Nato-Staaten Polen und Rumänien nutzten das System im vergangenen Jahr, nachdem russische Angriffsdrohnen wiederholt in den Nato-Luftraum eingedrungen waren.
00:34 Uhr – USA: Mehr als 3.000 Ziele im Iran angegriffen
Das US-Militär hat im Iran seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben mehr als 3.000 Ziele angegriffen. Die Streitkräfte hätten auch 43 iranische Schiffe zerstört oder beschädigt, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mit. Erklärtes Ziel des US-Militärs ist es, die gesamte iranische Marine außer Gefecht zu setzen.
00:01 Uhr – Ischinger „negativ überrascht“ von fehlendem Plan der Amerikaner
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, vermisst einen klaren Plan der US-Regierung. „Negativ überrascht hat mich, dass die amerikanische Regierung weiterhin keinen halbwegs verlässlichen Plan kommunizieren kann, was das Ziel der Intervention im Iran ist“, sagte Ischinger dem Magazin „Stern“. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn man ohne klaren Plan, der auch mit den Verbündeten geteilt wird, in solche Operationen hineinstolpert.“
Freitag, 6. März
22:22 Uhr – Baku wirft Teheran geplante Terroranschläge vor
Der Geheimdienst der Südkaukasusrepublik Aserbaidschan hat nach eigenen Angaben mehrere iranische Terroranschläge verhindert. Zur Destabilisierung der Lage seien Angriffe auf die Ölpipeline Baku – Tiflis – Ceyhan, die Botschaft Israels in Aserbaidschan, eine Synagoge und einen hohen jüdischen Geistlichen im Land vorbereitet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Azertag unter Berufung auf eine Mitteilung des Geheimdienstes.
Demnach schmuggelten iranische Staatsbürger mehrere Sprengsätze ins Land, darunter auch einen Container mit knapp acht Kilogramm des Militärsprengstoffs C4. Baku macht dafür die iranischen Revolutionsgarden verantwortlich.
dpa/AFP/AP/Reuters/ll/sebe/jmr/krott
Source: welt.de