Zeichen gegen US-Blockade: Vermisste Hilfsflotte landet in Kuba an

Zeichen gegen US-BlockadeVermisste Hilfsflotte landet in Kuba an

29.03.2026, 10:30 Uhr

Artikel anhören(02:52 min)

Vorbild der Freiwilligen ist die Gaza-Hilfsflotte, die im vergangenen Jahr versucht hatte, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. (Foto: picture alliance/dpa)

Mehrere Schiffe starten von Mexiko aus nach Kuba, um humanitäre Hilfe zu leisten. Tagelang werden zwei Boote der Flotte vermisst. Die Crew erklärt ihren Verbleib.

Zwei zeitweise als vermisst gemeldete Boote einer internationalen Hilfsflotte für Kuba haben wohlbehalten den Hafen von Havanna erreicht. Die neun Besatzungsmitglieder der beiden Schiffe, darunter US-amerikanische, französische und deutsche Staatsbürger sowie ein neunjähriger Junge, lächelten und winkten, als sie im Hafen der kubanischen Hauptstadt anlegten. Die Boote mit humanitären Hilfsgütern an Bord waren vor einer Woche von der mexikanischen Insel Mujeres ausgelaufen und hätten eigentlich bereits am Dienstag oder Mittwoch in Havanna eintreffen sollen.

Die mexikanische Marine hatte seit Donnerstag nach den beiden Booten gesucht, nachdem sie den Kontakt verloren hatte. Am Freitag gab es jedoch Entwarnung: Die US-Küstenwache wurde darüber informiert, dass die mit Hilfsgütern beladenen Boote sicher in kubanischen Gewässern angekommen waren.

„Es tut uns sehr leid, dass wir den Menschen Sorgen bereitet haben. Wir waren nie wirklich in Gefahr“, sagte der 33-jährige Flottenkoordinator Adnaan Stumo vor Journalisten. Die Reise sei „nicht besonders schwierig“ gewesen, es habe sich aber um eine „umständliche Route“ gehandelt.

„Es lebe die Revolution“

Bei ihrer Ankunft im Hafen von Havanna wurden die Schiffe von zahlreichen Kubanerinnen und Kubanern mit Rufen wie „Es lebe die Revolution!“ und „Nieder mit dem Imperialismus!“ begrüßt. Kuba erlebt derzeit eine schlimme Wirtschaftskrise, die durch eine US-Blockade der Öllieferungen aus Venezuela verschärft wird. Washington fordert vom kubanischen Regime eine Öffnung des Landes.

„Wir sind so froh, eine Crew unterschiedlicher Nationalitäten mitgebracht zu haben, die angesichts dieser kriminellen Blockade Solidarität und Unterstützung für das kubanische Volk zeigt“, sagte Stumo.

Organisiert wurde die Flotte von einem Zusammenschluss von Gewerkschaften, Hilfsorganisationen, Parlamentsabgeordneten und Aktivisten aus verschiedenen Ländern. Vorbild ist die Gaza-Hilfsflotte, die im vergangenen Jahr versucht hatte, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen.

US-Präsident Donald Trump ließ nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar Venezuelas Öllieferungen an Kuba einstellen. Anderen Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.

Quelle: ntv.de, raf/AFP

Source: n-tv.de