Zahl welcher Meningitis-Fälle in England steigt

Stand: 20.03.2026 • 13:18 Uhr

Ein außergewöhnlicher Ausbruch von Meningitis – also Hirnhautentzündungen – in Südostengland breitet sich aus. Die Zahl der Fälle steigt. Zwei junge Menschen sind bislang gestorben.

Die britischen Behörden haben mit einem Meningitis-Ausbruch in Südengland zu kämpfen. Am Morgen meldete die Gesundheitsbehörde UKHSA erneut mehr Infektionen mit Meningokokken der Untergruppe B. Es wurden 13 Fälle bestätigt, am Vortag waren es neun. Insgesamt wurden 18 Meningokokken-Infektionen festgestellt, dazu kommen elf Verdachtsfälle.

In den vergangenen Tagen waren in der Region zwei junge Menschen an Meningitis gestorben – eine 18 Jahre alte Schülerin und ein Studierender der University of Kent.

„Ein sehr ungewöhnlicher Ausbruch“

Meningokokken B sind Bakterien, die schwere Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) auslösen können. Die Erkrankung kann sehr schnell verlaufen. „Dies ist ein sehr ungewöhnlicher Ausbruch“, sagte Robin May, Chief Scientific Officer der britischen Behörde, der BBC.

„Club Chemistry“ im Fokus

Angesichts der steigenden Fallzahlen hatte der britische Premierminister Keir Starmer Besucher einer im Fokus stehenden Diskothek am Mittwoch aufgerufen, sich für eine Behandlung mit Antibiotika zu melden. Alle Infektionsfälle sind laut Gesundheitsminister Wes Streeting auf den „Club Chemistry“ in Canterbury zurückzuführen.

Antibiotika und Impfung

Bislang legten die Behörden den Schwerpunkt ihrer Maßnahmen auf die University of Kent in Canterbury mit rund 18.000 Studierenden. Einige Studierende zählen zu den Krankenhauspatienten. Als Vorsichtsmaßnahme wurden Hunderte Dosen Antibiotika an junge Leute ausgegeben, die mit dem Meningitis-Erreger in Kontakt gekommen sein könnten. Zudem soll es ein Impfprogramm geben, das sich laut Behörden zunächst an die auf dem Campus lebenden Studierenden richten soll.

Bereits bei begründetem klinischem Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung soll gemäß Meningitis-Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umgehend mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion – Husten, Niesen, Küssen – übertragen. Die ersten Anzeichen einer Infektion sind oft grippeähnlich – Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit. Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und Hirnschäden kommen.

Source: tagesschau.de