Zahl welcher Firmenpleiten aufwärts höchstem Stand seitdem 2014

Stand: 13.03.2026 • 10:27 Uhr

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2025 deutlich gestiegen. Sie erreichte den höchsten Stand seit 2014. Gleichzeitig meldeten auch mehr Privatpersonen Insolvenz an.

In Deutschland haben 2025 so viele Unternehmen Insolvenz angemeldet wie seit elf Jahren nicht mehr. Insgesamt beantragten 24.064 Firmen Insolvenz – 10,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Besonders deutlich war der Anstieg am Jahresende: Im Dezember lag die Zahl der Insolvenzen fast 14 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.

Schon 2023 und 2024 war die Zahl der Firmenpleiten jeweils um mehr als 20 Prozent gestiegen. Allerdings hat sich das Tempo des Anstiegs zuletzt etwas verlangsamt. „Höher als 2025 hatte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zuletzt im Jahr 2014 mit 24.085 Fällen gelegen“, heißt es in der Mitteilung.

Auch mehr Verbraucher überschuldet

Auch immer mehr Verbraucher gerieten in finanzielle Schwierigkeiten. 2025 gab es laut den Statistikern 77.219 Privatinsolvenzen – ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotz der gestiegenen Zahl an Firmenpleiten waren die finanziellen Schäden insgesamt geringer als im Jahr zuvor. Die offenen Forderungen der Gläubiger lagen 2025 demnach bei rund 47,9 Milliarden Euro. 2024 waren es noch mehr als 58 Milliarden Euro gewesen. Grund dafür sei, dass es 2024 mehr große Insolvenzen gegeben habe.

Besonders häufig traf es 2025 Unternehmen aus den Bereichen Verkehr und Logistik. Auch im Gastgewerbe und im Baugewerbe gab es viele Insolvenzen. Im Schnitt kamen 2025 auf 10.000 Unternehmen etwa 69 Insolvenzen.

DIHK macht wenig Hoffnung auf Trendwende

„2025 war ein ausgesprochen schwaches Jahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, erklärte der Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. „Die heute veröffentlichten Zahlen zeigen: Im Schnitt musste in Deutschland alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz anmelden.“

Auch der Blick auf 2026 mache wenig Hoffnung auf eine Trendwende, fuhr Treier fort. Er verwies auf eine DIHK-Umfrage, nach der „die leichten konjunkturellen Auftriebskräfte“ wie staatliche Rüstungausgaben noch nicht in der Breite bei den Unternehmen ankämen. Die Entwicklung in Nahost stelle ein zusätzliches Risiko dar.

Leichte Entspannung möglich – unter Bedingungen

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet hingegen damit, dass sich die Lage in diesem Jahr etwas verbessern könnte. Voraussetzung sei allerdings, dass der Krieg zwischen Iran und Israel schnell ende und die Energiepreise wieder sinken.

„In diesem Fall dürften die Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2026 um 3,7 Prozent auf 23.100 Fälle sinken und die Verbraucherinsolvenzen leicht um 1,0 Prozent auf 76.500 Fälle zurückgehen“, sagte BVR-Chefvolkswirt Andreas Bley. Im Falle weiter steigender Energiepreise über lange Zeit könnten die Insolvenzzahlen dieses Jahr nochmals steigen.

Source: tagesschau.de