CDU und SPD wollen die Mittelschicht bei der Steuer entlasten. So hatten sie es sich in den Koalitionsvertrag geschrieben. Doch wie das genau gehen soll, darüber streiten die Regierungsparteien. Die CDU will erreichen, dass der Spitzensteuersatz in Höhe von 42 Prozent erst ab 80.000 Euro greift. Bislang ist das ab 69.879 Euro der Fall. Die SPD will dabei aber nur dann mitgehen, wenn der Spitzensteuersatz gleichzeitig steigt, nämlich auf 47 Prozent. Das wiederum lehnt die CDU ab.
Doch sind die Ideen der beiden Parteien überhaupt sinnvoll? Oder gäbe es nicht bessere Wege, um Geringverdiener und Mittelschicht zu entlasten? Darum geht es in dieser neuen Folge von Ist das eine Blase?, dem Wirtschaftspodcast der ZEIT über Geld, Macht und Gerechtigkeit. Eingeladen haben die beiden Hosts Carla Neuhaus und Zacharias Zacharakis dafür Nadja Dwenger. Sie ist Professorin für Finanzwissenschaft an der Universität Hohenheim und sagt: Wir haben durchaus ein Gerechtigkeitsproblem, das betrifft aber gar nicht so sehr die Steuer – sondern vor allem die Sozialabgaben. Denn die belasten Geringverdiener überproportional stark.
Ebenda müsste man ihrer Auffassung nach auch ansetzen. „Man muss sich an der Stelle ehrlich machen“, sagt Dwenger, „und aufhören, Dinge aus den Sozialkassen zu finanzieren, die nicht finanzierbar sind.“ Was sie damit konkret meint und wie sich die Sozialabgaben senken ließen, wo für Pflege, Gesundheit und Rente doch in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Geld gebraucht wird, erläutert sie in dieser Folge. Auch ordnet sie die Pläne von SPD und Union ein. Und sie erklärt, wen Ökonomen in Deutschland überhaupt zur Mittelschicht zählen – und warum Kanzler Friedrich Merz definitiv nicht dazu gehört.
Mit dabei ist in dieser Folge außerdem Roman Pletter, Ressortleiter Wirtschaft bei der ZEIT. Er ordnet ein, warum die Politik die Einkommensteuer überhaupt reformieren will.
Ist das eine Blase? ist der Wirtschaftspodcast der ZEIT. Alle zwei Wochen montags diskutieren die Hosts Carla Neuhaus, Jens Tönnesmann und Zacharias Zacharakis über das, was die Welt im Innersten zusammenhält: Geld, Macht und Gerechtigkeit.