Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach wird bei einer Wahlkampfaktion in Steglitz offenbar von einem Mann bedroht. Die Polizei greift ein – Hintergründe und politisches Motiv sind noch unklar.
Bei einem Wahlkampf-Einsatz des Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach hat es einen Zwischenfall gegeben. Nach Angaben von Krachs Sprecher verteilten der Politiker und einige weitere SPD-Mitglieder vor einem Einkaufszentrum in der Schlossstraße in Steglitz Flyer an Passanten, als ein Mann ihn anpöbelte.
Nach einiger Zeit sei der Mann auf Krach zugegangen und habe gesagt: „Willst du eine Waffe am Kopf haben?“ Als er in eine Tasche seiner Jacke gegriffen habe, sei ein Begleiter Krachs dazwischengegangen und habe den Mann zu Boden geworfen. Zuvor hatte „Bild“ über den Vorfall berichtet.
Eine Polizeistreife in der Nähe sei schnell vor Ort gewesen und habe sich im weiteren Verlauf um den Mann gekümmert, so der Sprecher weiter. Zu Schaden gekommen sei nach ersten Erkenntnissen niemand. Krach habe gegen den Mann noch am Ort des Geschehens Anzeige wegen Beleidigung erstattet und seinen Wahlkampf dann fortgesetzt.
Das Lagezentrum der Berliner Polizei bestätigte auf Anfrage eine Auseinandersetzung in der Schlossstraße am Nachmittag. Ob dabei tatsächlich ein politischer Hintergrund vorliege, müsse noch geklärt werden. Es bestehe der Verdacht, dass der Mann zuvor bereits andere Menschen verbal attackiert habe.
Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet am 20. September statt. Die CDU mit ihrem Regierungschef Kai Wegner liegt einer jüngsten Umfrage zufolge vorn. Die Christdemokraten kommen in der repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des „Tagesspiegel“ auf 23 Prozent.
Dahinter liegen vier Parteien nahezu gleich auf: SPD, Linke und AfD kommen auf 16 Prozent, die Grünen auf 15 Prozent. BSW (4 Prozent) und FDP (3 Prozent) würden den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen, sonstige Parteien vereinen zusammen 7 Prozent auf sich.
Bei der Parteipräferenz zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. In den Ostbezirken liegen CDU und AfD laut „Tagesspiegel“ mit jeweils 21 Prozent knapp vor der Linken, die dort auf 19 Prozent kommt. Im Westen führt die CDU mit 25 Prozent. Besonders auffällig ist das Abschneiden der SPD: Während sie im Westen mit 20 Prozent auf Platz zwei hinter der CDU liegt, erreicht sie im Osten nur 8 Prozent.
dpa/nw
Source: welt.de