Wie steht es um die nächsten Olympischen Winterspiele?

Stand: 22.02.2026 • 04:19 Uhr

In Frankreich finden 2030 die nächsten Olympischen Winterspiele statt. Die Planungen sind bislang geprägt von Streits, Unklarheiten und Kritik. Die Organisatoren bemühen sich dennoch um Optimismus.

Die Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2030 stehen bislang unter keinem guten Stern. Das französische Organisationskomitee rund um Präsident Edgar Grospiron ist heillos zerstritten. Viele haben das Handtuch geworfen.

Im Elysée ist man zunehmend nervös. Wird Frankreich überhaupt rechtzeitig liefern können? Grospiron – Buckelpisten-Champion von 1992 in Albertville – gibt sich bei der Pressekonferenz zur Übergabe von Mailand Cortina an die französischen Alpen zuversichtlich. Der Mann ist ja gewohnt, dass es holprig wird: „Wir werden spektakuläre Winterspiele liefern, Spiele der Teilhabe und der Innovation.“

Licht als roter Faden

Optimismus versprühen, ist das Gebot der Stunde. Und so gibt Matthieu Sakkas, der im Organisationskomitee für das Image der Spiele 2030 zuständig ist, einen Vorgeschmack auf die Übergabezeremonie bei der Abschlussfeier. Musiker und Athleten werden den Abend gemeinsam gestalten zum Soundtrack der neu eingespielten Marseillaise. „Wir nennen unsere Handover-Zeremonie ‚Neue Morgendämmerung‘. Denn das Licht wird den roten Faden unserer Winterspiele bilden.“

Allerdings gibt es hier ziemlich viele dunkle Flecken. Es ist unklar, welche neuen Sportarten für 2030 noch zugelassen werden. Spekuliert wird unter anderem über Telemark, Ice Cross und Ski-Sprint. Auch einige Austragungsorte sind noch nicht bekannt.

IOC will im Juni über Disziplinen entscheiden

Organisations-Chef Grospiron beschwichtigt: „Die Frage der neuen Disziplinen ist ein zentrales Thema für uns, weil davon abhängt, wie genau die Landkarte der Austragungsorte aussehen wird.“ Das IOC werde darüber im Juni entscheiden.

Doch je länger diese Entscheidung auf sich warten lässt, desto mehr rumort es in den betroffenen Regionen. Die Winterspiele 2030 in Frankreich werden eine noch größere geographische Ausdehnung haben, als die Spiele in Norditalien – mit Standorten in Savoyen, Hoch Savoyen, Briancon und dem am Mittelmeer gelegenen Küstenort Nizza.

Kritik an horrenden Kosten

Umweltschützer und Kritiker der horrenden Kosten – mit Investitionen von 1,4 Milliarden Euro – machen schon lange Front gegen die Winterspiele 2030. OK-Präsident Grospiron lässt sich nicht beirren: „Wir sind überzeugt davon und zuversichtlich, dass wir unsere Spiele auf einem exzellenten Niveau abliefern können.“ Die Austragungsorte würden schon zu 85 Prozent feststehen, nur 15 Prozent seien noch offen. Zudem würde Frankreich von der Expertise und Erfahrung der Sommerspiele 2024 profitieren, so Grospiron. „Und drittens haben wir das Vorbild Norditalien, wo die Spiele ebenfalls an weit auseinanderliegenden Standorten ausgetragen wurde.“

Bleibt die Frage, ob die Querelen innerhalb des Organisationskomitees rasch beigelegt werden können. Neue Personal-Rochaden kosten Zeit. Und die wird langsam knapp.

Source: tagesschau.de