Prinz Harry gab in Jordanien ein seltenes TV-Interview – und wich dabei Fragen zum Skandal um Onkel Prinz Andrew konsequent aus.
Prinz Harry hat sich bei einem seltenen Fernsehinterview in Jordanien geweigert, auf den Skandal um seinen Onkel, den ehemaligen Prinz Andrew, einzugehen. Stattdessen nutzte der Herzog von Sussex den Auftritt bei „Channel 4 News“ am vergangenen Freitag, um auf die humanitäre Krise in Gaza aufmerksam zu machen.
Harry und seine Frau Herzogin Meghan hatten zuvor zwei Tage lang Hilfsorganisationen, Behandlungszentren und ein Flüchtlingscamp in und um die jordanische Hauptstadt Amman besucht. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt und stellte die humanitäre Hilfe sowie die psychische Gesundheitsversorgung für von Konflikten betroffene Gemeinschaften in den Mittelpunkt.
Interviewer sprach Prinz Harry auf den Andrew-Skandal direkt an
Bereits vor Beginn des eigentlichen Gesprächs räumte der Korrespondent von „Channel 4“ den Elefanten im Raum aus dem Weg. Er stellte klar, dass Harry nicht über die Ereignisse rund um seinen Onkel sprechen wolle. Andrew war am 19. Februar unter dem Verdacht des Amtsmissbrauchs festgenommen worden. „Ich verstehe, dass Sie nicht über Ihre Familie, Ihren Onkel, die Dinge in London sprechen möchten. Sie sind hier, weil Sie nicht von der Arbeit ablenken wollen, die Sie für die WHO und Gaza leisten“, sagte der Interviewer, wie „People“ berichtet.
Harry ging mit keinem Wort auf die Erwähnung seines Onkels ein. Stattdessen lenkte er das Gespräch sofort auf den Zweck seiner Reise: „Die Welt sollte unglaublich dankbar sein für das, was Jordanien tut, und für die moralische Führungsrolle, die es der Welt gerade vorlebt.“
Fokus auf die humanitäre Katastrophe in Gaza
In dem Interview erklärte der Herzog von Sussex, er habe sich seit Monaten mit WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus auf die Reise vorbereitet. „Es war wirklich wichtig für uns, die unglaubliche Arbeit hervorzuheben, die Jordanien für diese Region leistet“, sagte er. Das Land sei seit Jahrzehnten ein humanitärer Knotenpunkt für den Nahen Osten – vor allem angesichts der Lage in Gaza und Syrien.
Im Amman Specialty Hospital trafen Harry und Meghan medizinische Evakuierte aus Gaza, die laufend ins Land gebracht werden. Harry sprach auch darüber, wie schnell die Gewalt in der Region aus dem Nachrichtenzyklus verschwinde. In Jordanien sei sie jedoch allgegenwärtig. „Es war ein wirklich wichtiger Zeitpunkt für uns, hierherzukommen und ein Licht auf die sehr reale humanitäre Katastrophe zu werfen, die passiert ist und weiterhin andauert“, betonte er.
Besuch bei World Central Kitchen
Das Herzogspaar besuchte zudem das Büro von World Central Kitchen in Amman. Die Hilfsorganisation des Starkochs José Andrés war der erste philanthropische Partner der von Harry und Meghan gegründeten Archewell Foundation. Vor Ort sprachen sie mit Freiwilligen über die massiven Schwierigkeiten, Nahrungsmittel und Hilfsgüter nach Gaza zu bringen. „Die Hilfskorridore müssen geöffnet werden, und sie sind es derzeit nicht“, forderte Harry. Es brauche „vollen Zugang für humanitäre Organisationen, um die Hilfe zu den Menschen zu bringen, die sie am dringendsten brauchen.“
Über ihre Archewell Foundation haben Harry und Meghan bereits medizinische Evakuierungen für vom Gaza-Konflikt betroffene Kinder mitfinanziert sowie Hilfsmaßnahmen für Kinder und Familien nach dem Angriff vom 7. Oktober in Israel unterstützt. Die Jordanien-Reise war kurzfristig angekündigt worden – Details wurden erst wenige Stunden vor der Ankunft des Paares bekannt. Obwohl sie die königliche Familie nicht mehr offiziell vertreten, setzen der Herzog und die Herzogin von Sussex ihre humanitäre Arbeit mit Reisen wie zuvor nach Nigeria (Mai 2024) und Kolumbien (August 2024) fort.
SpotOnNews
ckl
Source: stern.de