„Werden uns daran erinnern“Trump beschimpft enge Partner der USA als „Feiglinge“
20.03.2026, 16:00 Uhr
Einige der engsten Nato-Verbündeten der USA weigern sich aktuell, Kriegsschiffe zur Öffnung der Straße von Hormus zu entsenden. Den US-Präsidenten regt das fürchterlich auf, in seinem sozialen Netzwerk teilt er gegen die Partner aus – und klingt dabei ziemlich wirr.
US-Präsident Donald Trump greift die Nato-Verbündeten wegen ihrer mangelnden Unterstützung im Krieg der USA und Israels gegen den Iran scharf an. „Ohne die USA ist die Nato ein Papiertiger!“, schreibt Trump in einem Beitrag in den sozialen Medien. Er bezeichnet die langjährigen Verbündeten als „Feiglinge“ und fügt hinzu: „Wir werden uns daran erinnern!“
„Sie wollten sich nicht an dem Kampf beteiligen, um einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern“, beschwert sich Trump. Nun, da dieser Kampf, der für die Verbündeten „kaum mit Gefahr verbunden war“, militärisch gewonnen sei, „beklagen sie sich über die hohen Ölpreise, die sie zahlen müssen“. Trump schimpft weiter: Die Verbündeten wollten „aber nicht dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen – ein einfaches militärisches Manöver, das der einzige Grund für die hohen Ölpreise ist. Dabei wäre es für sie so einfach und nur mit geringem Risiko verbunden.“
Unklar ist, warum der US-Präsident den „Kampf“ als bereits gewonnen bezeichnet. Möglicherweise bezieht er sich dabei auf das Atomprogramm des Iran. Israels Premier Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstagabend gesagt, der Iran könne kein Uran mehr anreichern. Bei der Öffnung der Straße von Hormus handelt es sich außerdem keinesfalls um ein „einfaches militärisches Manöver“.
Trump hatte seine Verbündeten zuvor aufgefordert, sich dem militärischen Vorgehen gegen den Iran anzuschließen und Kriegsschiffe zur Öffnung der Straße von Hormus zu entsenden – damit stieß er bei einigen der engsten Partner Amerikas aber auf Ablehnung. Die Weigerung Berlins, Paris‘ und Londons, sich direkt an der Seite der USA und Israels in den Konflikt zu begeben, markiert einen tiefen Riss im westlichen Bündnis.
Bundeskanzler Friedrich Merz machte am Mittwoch im Bundestag klar, dass er zwar die Bedrohung der Nachbarstaaten durch den Iran sehe, die Logik des US-israelischen Krieges jedoch anzweifle. Es fehle bislang ein überzeugendes Konzept für den Einsatz. Die US-Regierung habe Deutschland vorab nicht konsultiert. „Wir hätten abgeraten, diesen Weg so zu gehen, wie er gegenwärtig gegangen ist.“ Solange der Krieg andauere, werde sich Deutschland nicht an der militärischen Sicherung der Schifffahrtswege beteiligen. Merz betonte, dass es kein internationales Mandat für den Krieg gebe.
Source: n-tv.de