„Wer weiß wie zu welchem Zeitpunkt welches war?“: Raab und Schöneberger sind dasjenige Duo mit dem Doppelwumms


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Eine Kauleiste zum Wegschmeißen und ein Kuss durch dünnes Papier: „Raabarbara“ sprühten in Folge zwei von „Wer weiß wie wann was war?“ vor Albernheit und Vergnügen.

Wer weiß denn sowas? Zum Beispiel, wo Jens Lehmann beim Elfmeterschießen 2006 im WM-Viertelfinale gegen Argentinien seinen legendären Spickzettel verstaut hat. Im Schuh? Neben dem Pfosten? Nee, im rechten Stutzen. Oder: Wer in der Schlümpfe-Serie die erste weibliche Figur Schlumpfine erschaffen hat, um den langweiligen Typen in ihren langweiligen Pilzhäusern endlich Beine zu machen. Torti Schlumpf? Schlaubi Schlumpf? Nee, gar kein Schlumpf. Der fiese Zauberer Gargamel.

Die neue RTL-Quizshow „Wer weiß wie wann was war?“ ging gestern in die zweite Runde. Das Spielprinzip war dasselbe wie bei der Premiere vergangene Woche: Drei Generationen liefern sich in unterschiedlichen Kategorien ein Erinnerungsbattle durch die vergangenen Jahrzehnte. 

Balder und von Sinnen scheitern an „Drei Nüsse für Aschenbrödel“

Das Team Ü60 wurde von den beiden „Alles Nichts Oder?!“-Urgesteinen Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen angeführt. Und die waren etwa beim Kult-Weihnachtsmärchen „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ völlig ahnungslos. Überhaupt nicht ihr Film, nie gesehen. Ihre Antwort auf die Frage, welche Superkraft die Nüsse haben, war denn auch so falsch wie der Schnee am damaligen Drehort bei Dresden. Mithilfe der drei Nüsse habe sich Aschenbrödel von Ort zu Ort befördert, behaupteten die TV-Oldies. Zonk!

Sophia Thomalla, die zusammen mit dem Schauspieler Edin Hasanović die Youngster-Gruppe der über 20-Jährigen vertrat, traute ihren Ohren nicht. Thomallas Großvater hat bei der deutsch-tschechischen Koproduktion damals das Szenenbild gemacht. Ihre Mutter, erzählte sie, habe sich für ihren Vater entschieden, weil er dem Filmprinzen so ähnlich gesehen habe. „Ohne den Film wäre ich wahrscheinlich gar nicht auf der Welt!“

Einen ähnlich kläglichen Return wie die Silberrücken lieferten die beiden U40-Hosts Jan Ullrich und Hans Sigl bei der Tennis-Frage aller Tennis-Fragen ab. Gegen wen gewann Boris Becker 1985 das Wimbledon-Finale? Der ehemalige Radprofi und der ewige Bergdoktor loggten allen Ernstes Ivan Lendl ein. Auweia. Richtig wäre – natürlich – Kevin Curry gewesen.

Und so quizzten sich die Promis mal mit mehr, mal mit weniger Wissen durch die Themengebiete, im Publikumsblock hinter sich jeweils eine laut- und meinungsstarke Crowd von Altersgenossen – während Barbara Schöneberger und Stefan Raab vor Vergnügen quietschten. Einzeln sind die beiden ja so eine Sache. Zusammen sind sie der Knaller. Als wären sie nicht erst das zweite Mal, sondern schon seit Jahren gemeinsam auf der Bühne, warfen sie sich pausenlos die Bälle zu und kamen aus dem Giggeln gar nicht mehr heraus. 

Stefan Raab mit grotesker Ken-Kauleiste

Höhepunkt war ihr Duett zu „Barbie Girl“. Schöneberger als Barbie verkleidet, Raab als Ken mit einer stechend weißen Kunst-Kauleiste, die sein von Natur aus ja nicht unerhebliches Gebiss grotesk vergrößerte. „Du siehst wie Horst Schlämmer in geliftet aus“, rief Sophia Thomalla. „Eher wie Gay Trump“, konterte Raab. Danach stöberte er mit der Schöneberger in einer Sammlung historischer Barbie-Puppen mit besonderen Features. Eine konnte 200.000 Sätze aufsagen. Bei einer anderen ließ sich durch Drehen des Armes die Brust ausfahren. Schöneberger: „Bei mir ist es schon auf das Maximum gedreht.“

Das Brust-Thema ploppte noch an anderer Stelle in der Show auf. In der Kategorie „Beste TV-Momente“ gab es einen Zusammenschnitt von Szenen aus der Verkehrssendung „Der 7. Sinn“, in den 60er- und 70er-Jahren eine Bastion eines beinharten Antifeminismus. Die bemerkenswertesten Thesen: 1. Frauen halten den Verkehr auf, weil sie wegen mangelnder Übung zu vorsichtig sind am Steuer. 2. Eine Frau sollte ein makelloses Aussehen haben, damit ihr bei einer Panne geholfen wird. 3. Frauen haben Vorbehalte gegenüber dem Anlegen eines Gurtes aus Angst um ihre Brust.

„Wer weiß wie wann was war?“: Ein Abend voll Anarchie

Es war ein Abend zwischen Absurdität, Albernheit und Anarchie. Schöneberger performte mit einem Buzzer auf dem Kopf zusammen mit Raab dessen Nummer-eins-Hit „Maschen-Draht-Zaun“, ehe der sich später im Eifer des Gefechts mit einem Bonanza-Rad langlegte. Hans Sigl nahm einen tiefen Zug aus einem Helium-Ballon und fistelte eine Lobeshymne auf die Show, die ganz toll sei. Und Hugo Egon Balder, der laut Ausweis eigentlich Egon Hugo Balder heißt, ballerte auf dem Schlagzeug rhythmussicher zum Beatles-Song „I Saw Her Standing There“. 

Vor vielen Jahren war Barbara Schöneberger mal bei TV Total zu Gast und forderte Stefan Raab zu einem Kuss heraus. Es blieb bei einer Andeutung, zwischen ihnen ein Blatt Papier. Früher habe sie Raab nicht wirklich gemocht, verriet Schöneberger in einem Interview. Das hat sich mittlerweile offenbar geändert. Beim Schlussapplaus nach der gestrigen Show rief sie ihm zu: „Das war toll, das können wir irgendwann nochmal machen!“

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Source: stern.de