„Wenn Russland bereit ist“Selenskyj schlägt Teilwaffenruhe für Energieanlagen vor
06.04.2026, 21:48 Uhr
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Ukrainische Drohnen treffen russische Raffinerien und Ölterminals, Moskau zerstört Kraftwerke und Umspannwerke. Darauf konzentriert sich Selenskyj bei einem erneuten Anlauf für eine Feuerpause.
Die Ukraine bietet Russland eine Teilwaffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen an. „Wenn Russland bereit ist, die Angriffe auf unsere Energieanlagen einzustellen, sind wir bereit, spiegelbildlich zu antworten“, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. Dieser Vorschlag sei bereits über die US-amerikanischen Vermittler an Moskau übermittelt worden. Zuvor hatte Selenskyj demnach neue Angriffe auf Objekte im russischen Hinterland mit dem Oberkommando besprochen.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Russland greift dabei seit Jahren regelmäßig ukrainische Kraftwerke und Umspannwerke mit Raketen und Kampfdrohnen an, um die Stromversorgung zu stören. Millionen von Ukrainern haben deswegen unter Stromausfällen und ausgefallenen Heizungen zu leiden. Das ukrainische Militär attackierte im Gegenzug vor allem mit Drohnen immer erfolgreicher russische Raffinerien und Hafenanlagen, um Moskaus Finanzierungsquellen auszutrocknen. Die russischen Exportkapazitäten für Erdöl wurden dadurch Medienberichten nach bereits empfindlich geschädigt.
Moskau zeigt sich bisher abweisend
Selenskyj hatte bereits vor einer Woche eine Oster-Waffenruhe vorgeschlagen, aber in mehreren Varianten und auch kein Datum genannt. Russland forderte Selenskyj daraufhin zur Konkretisierung seines Vorschlags auf und zeigte zugleich Bedenken. Eine klare Formulierung der Initiative habe Moskau bisher nicht gesehen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Er machte deutlich, dass Russland vielmehr eine grundsätzliche Lösung des Konflikts anstrebe. Kiew drängte Moskau zudem zu einer Waffenruhe über die Osterfeiertage der orthodoxen Kirche in einer Woche. Der Kreml erklärte aber, keine „klar formulierten“ Vorschläge erhalten zu haben.
Bei zeitweiligen Waffenruhen in der Vergangenheit hatten sich die Kriegsparteien immer wieder Verstöße vorgeworfen. Außerdem werfen sich beide Seiten vor, solche Phasen für die Neuaufstellung von Truppen und Wiederaufrüstung zu nutzen.
Source: n-tv.de