Die Kritik am Wehrdienstgesetz hat neue Nahrung bekommen. Nachdem es bereits vor drei Monaten in Kraft getreten war, fand erst jetzt eine Klausel mediale Beachtung, wonach sich Männer im Alter zwischen 17 und 45 Jahren nur mit Genehmigung länger als drei Monate im Ausland aufhalten dürfen. Das gelte auch „außerhalb des Spannungs- oder Verteidigungsfalls“.
Beim erklärten Wehrpflichtgegner Finch stößt die Regelung auf Unverständnis – und Wut. „Wenn ihr die Möglichkeit habt, verlasst das Land“, sagte der Rapper in einer Instagram-Story. „Wenn ihr ein junger Mensch seid, lange darüber nachdenkt, dieses Land zu verlassen: Macht es.“ Insbesondere für Selbstständige sei Deutschland ohnehin „das unattraktivste Land der Welt“.
Auch mit Spott reagierte Finch. „Als 40-jähriger Mann muss ich mich natürlich abmelden, wenn ich drei Monate ins Ausland will – als wäre es mein verschissener Vater“, erklärte er verärgert. „Es macht einfach nur schlechte Laune.“
Der Rapper selbst hatte sich zuletzt unter anderem in Thailand aufgehalten, wie die „Bild“ berichtete. „Wenn man sowas sieht, hat man gar keinen Bock, nach Deutschland zu kommen“, betonte er nun mit Verbitterung auf Instagram. „Wäre die Familie nicht, dann würde ich es wahrscheinlich auch nicht tun.“
Finch gehört zu den bekanntesten Rappern Ostdeutschlands. Mit seinen letzten drei Alben „Rummelbums“ (2022), „Dorfdisko Zwei“ (2023) und „Schluss mit lustig“ (2025) konnte er jeweils Platz eins der deutschen Album-Charts erreichen. Seit einiger Zeit positioniert er sich öffentlich gegen Militarismus und eine mögliche Wehrpflicht. „Wir werden hier seit Jahren genauso verarscht, wie der Soldat auf der anderen Seite verarscht wird“, kritisierte er etwa, „gefüttert mit Nationalismus, Pflichtgefühl und Stolz, während andere die Entscheidungen treffen.“
Source: welt.de