In Finnland wird diskutiert, den Transport von Atomwaffen durch das Land zu erlauben. Moskau rügt den Vorstoß und wirft Finnalnd Eskalation vor. Mehr im Liveticker.
Finnland erwägt, den Transport von Atomwaffen anderer Nato-Staaten durch das Land zu erlauben. Moskau wirft ihnen damit eine Eskalation vor. Finnland erhöhe nur seine eigene Verwundbarkeit, warnte der Kremlsprecher. „Und wenn Finnland uns bedroht, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen.“
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine im Liveticker:
15:45 Uhr – Kiew will „in Kürze“ Militärexperten in die Golfregion entsenden
Die Ukraine wird nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Regierungsvertreters „in Kürze“ Militärexperten in die Golfregion entsenden, um die USA und ihre Verbündeten bei der Abwehr iranischer Drohnen zu unterstützen. „Die Ankunft von ukrainischem Militärpersonal am Persischen Golf wird in naher Zukunft erwartet“, sagte der hochrangige Vertreter Kiews, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Demnach liefen Gespräche darüber, wie dieser Einsatz aussehen könnte.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Donnerstag erklärt, die USA hätten Kiew um Unterstützung bei der Abwehr von iranischen Drohnen gebeten. Der Iran setzt Drohnen und Raketen bei seinen Angriffen als Reaktion auf die US-israelische Angriffe seit vergangenem Samstag ein. Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkrieg gegen Russland auch viele Erfahrungen darin gesammelt, Drohnen abzuwehren. Der Iran hatte in den vergangenen Jahren iranische Drohnen an Russland geliefert.
14:40 Uhr – Russland baut Litauen zufolge Truppen an Nato-Grenze aus
Russland baut nach Einschätzung des litauischen Geheimdienstes seine Truppen an der Nato-Grenze aus und bereitet sich langfristig auf eine Konfrontation vor. Sollten die Sanktionen fallen, wäre Moskau in sechs Jahren zu einem großangelegten militärischen Konflikt mit dem Bündnis bereit, heißt es im jährlichen Bedrohungsbericht. Die Armee würde dann voraussichtlich um 30 bis 50 Prozent größer und moderner sein als vor dem Ukraine-Krieg.
13:10 Uhr – Moskau wirft Finnland Atom-Eskalation vor
Nach Erwägungen Finnlands über eine mögliche Lockerung des Umgangs mit Atomwaffen hat Moskau dem nordischen Land Eskalation vorgeworfen. Die Überlegungen in Helsinki verschärften die Spannungen in Europa, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge. Finnland erhöhe nur seine eigene Verletzlichkeit, warnte er.
Sollte Finnland Atomwaffen auf seinem Gebiet stationieren, beginne es, Russland zu bedrohen, sagte Peskow in Moskau. „Und wenn Finnland uns bedroht, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen.“
Derzeit herrscht in Finnland ein Verbot der Herstellung, Lagerung, Einfuhr und des Transports von Atomwaffen zu Land, See und in der Luft. Bei den Überlegungen geht es vor allem darum, ob Helsinki den Transport von Atomwaffen anderer Nato-Staaten durch sein Territorium erlauben soll.
13:06 Uhr – Ungarn: Ukrainischer Geldtransport unter Geldwäsche-Verdacht
Ungarns Behörden haben einen millionenschweren ukrainischen Geldtransport auf dem Weg durch Ungarn beschlagnahmt und sieben Begleiter festgenommen. Die Maßnahme sei im Rahmen eines Strafverfahrens wegen des Verdachts auf Geldwäsche erfolgt, teilte das ungarische Finanzamt (NAV) am Freitag auf seiner Webseite mit.
Bei den Festgenommen handelt es sich um Mitarbeiter der staatlichen Oschadbank. In den Wagen hätten sich 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilogramm Gold befunden. Das ungarische Finanzamt bestätigte diese Zahlen.
12:41 Uhr – Ukraine und Russland tauschen jeweils 300 Kriegsgefangene aus
Innerhalb von zwei Tagen haben die Ukraine und Russland zum zweiten Mal Kriegsgefangene ausgetauscht. „Weitere 300 Verteidiger kehren aus der russischen Gefangenschaft zurück“, schrieb der ukrainische Präsident bei Telegram. Russland habe ebenfalls zwei ukrainische Zivilisten übergeben. Die zwischen 26 und 60 Jahre alten Militärs sind demnach zum Teil seit 2022 in Kriegsgefangenschaft gewesen.
09:15 Uhr – Russische Zeitung: Iran-Krieg trifft die Ukraine schwer
Die russische Tageszeitung „Iswestija“ schreibt über mögliche Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Ukraine. Steigende Preise für Kohlenwasserstoffe könnten Russland zusätzliche Einnahmen aus Öl und Gas verschaffen, während sich für die Ukraine Treibstoff verteuere. Zudem würden an der neuen Front amerikanische Waffen und Munition eingesetzt, die ohnehin knapp seien. Diese Ausrüstung stehe dadurch der Ukraine nicht mehr zur Verfügung, heißt es in der Zeitung.
07:49 Uhr – Russland meldet zwei Tote durch ukrainischen Drohnenangriff
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine von Russland besetzte Region im Süden der Ukraine sind russischen Angaben zufolge zwei Menschen getötet worden. Zwölf Menschen seien verletzt worden, erklärte der vom Kreml eingesetzte Gouverneur des von Russland kontrollierten Teils der Region Cherson, Wladimir Saldo, im Onlinedienst Telegram.
02:15 Uhr – Neun Verletzte bei Drohnenabsturz auf Krim
Beim Absturz einer abgeschossenen ukrainischen Drohne in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind nach Angaben des von Russland eingesetzten Gouverneurs neun Menschen verletzt worden. Die Drohne sei neben einem fünfstöckigen Wohnhaus niedergegangen, sagte Gouverneur Michail Raswoschajew. Unter den Verletzten seien drei Kinder.
00:49 Uhr – Kiew wirft Budapest Geiselnahme und Diebstahl vor
Der Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um den Transit von Öllieferungen aus Russland hat mit einem Geiselnahmevorwurf aus Kiew eine neue Eskalationsstufe erreicht. „Heute in Budapest haben die ungarischen Behörden sieben ukrainische Staatsbürger als Geiseln genommen“, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. Der Vorgang sei kriminell, klagte er. Bei den Festgenommen handelt es sich um Mitarbeiter einer Staatsbank. Zudem sollen die ungarischen Behörden Geld in Millionenhöhe und Goldbarren konfisziert haben.
Donnerstag, 5. März
23:01 Uhr – Ukraine unterstützt USA bei Drohnenabwehr
Die Ukraine will die USA bei der Abwehr iranischer Drohnen unterstützen. Man habe eine entsprechende Anfrage aus Washington erhalten, erklärt Präsident Selenskyj auf der Plattform X. Er habe die Entsendung von Spezialisten und Ausrüstung angeordnet, um beim Schutz vor „Schahed“-Drohnen zu helfen.
Einem Insider zufolge sollen die ukrainischen Experten in den kommenden Tagen ihre Arbeit aufnehmen. Die Ukraine hat im Abwehrkampf gegen Russland umfangreiche Erfahrungen mit den iranischen Kamikaze-Drohnen gesammelt. Selenskyj hat einen Tausch von ukrainischen Abfangdrohnen gegen Patriot-Luftabwehrraketen angeregt.
16:10 Uhr – Luftaufnahmen zeigen gewaltiges Loch in gesunkenem Tanker
Der mit Flüssiggas beladener russischer Tanker „Arctic Metagaz“ ist im Mittelmeer gesunken. Das Schiff ist 277 Meter lang und 43 Meter breit. Luftaufnahmen zeigen ein gewaltiges Loch entlang des Rumpfs.
13:01 Uhr – Gefangenenaustausch zwischen Russland und Ukraine
Russland und die Ukraine tauschen je 200 Kriegsgefangene aus. Das teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Trotz des seit vier Jahren andauernden Krieges und ausbleibender Fortschritte bei Friedensverhandlungen übergeben beide Seiten immer wieder Gefangene und die sterblichen Überreste von Soldaten, zuletzt in der vergangenen Woche.
12:57 Uhr – Ukraine meldet russischen Angriff auf Frachtschiff im Schwarzen Meer
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben der Ukraine ein Frachtschiff im Schwarzen Meer angegriffen. Am Mittwochabend habe eine Drohne ein ziviles Schiff, das unter panamaischer Flagge unterwegs gewesen sei, angegriffen, erklärte der Chef der Militärverwaltung der Region Odessa, Oleh Kiper. Mehrere Besatzungsmitglieder seien bei dem Angriff verletzt worden.
10:12 Uhr – Selenskyj: Bemühen uns um Verschiebung der trilateralen Gespräche
Die Ukraine bemüht sich um eine Verschiebung der Gespräche zur Beendigung des Kriegs. Hintergrund sei die Lage im Nahe Osten, teilt Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Die Ukraine habe diesbezügliche mit den USA Kontakt aufgenommen. Es sei über eine Verschiebung und Verlegung der nächsten Runde gesprochen worden. „Das nächste trilaterale Treffen zwischen der Ukraine, den USA und Russland war für den Zeitraum vom 5. bis 9. März geplant, abhängig von den Entwicklungen weltweit. Derzeit gibt es einen weiteren Krieg im Nahen Osten“, erklärt Selenskyj auf X.
07:02 Uhr – Putin droht mit Stopp der Gaslieferungen in EU
Angesichts des von der EU geplanten Embargos gegen russisches Gas denkt Kremlchef Wladimir Putin darüber nach, die Lieferungen nun selbst schon vorher zu stoppen. „Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen“, sagte Putin in einem auch vom Kreml veröffentlichten Interview des russischen Staatsfernsehens. Demnach erwägt der Präsident dem Inkrafttreten der EU-Sanktionen zuvorzukommen.
Putin sagte, dass er nur laut darüber nachdenke, ob die Orientierung auf andere Märkte und das Fußfassen dort für Russland jetzt nicht günstiger sei. Eine Entscheidung sei nicht gefallen. Er beauftrage aber die Regierung und die Unternehmen, einen solchen Schritt zu prüfen. Putin betonte zwar einmal mehr auch, dass Russland ein verlässlicher Lieferant auch in Europa bleiben wolle. Dabei hat er aber vor allem treue Kunden wie Ungarn und die Slowakei im Blick.
Putin behauptete, dass es keinen politischen Hintergrund für seine Überlegungen gebe. Es gehe ums Geschäft. Wenn die EU ohnehin bald kein russisches Gas mehr abnehme, „ist es besser, jetzt selbst aufzuhören und in die Länder zu gehen, die zuverlässige Partner sind, und uns dort zu etablieren“, sagte er.
AFP/Reuters/KNA/dpa/jmr
Source: welt.de