Weltflucht: Es lebe dieser Eskapismus

Um kurz auf die Schafe zurückzukommen, die gerade einen Supermarkt im unterfränkischen Burgsinn erstürmten, wie überall zu lesen und zu sehen war. In Wahrheit verhielt es sich natürlich anders: Sie waren auf schafische Weise einfach hineinspaziert, ein klein wenig aufgeregt, denn es öffnen sich einem ja nicht jeden Tag die Automatiktüren eines Penny. Man wusste zunächst auch nicht, was dort eigentlich zu tun sei, stand also ein Weilchen im Kassenbereich herum, eingeklemmt zwischen Sonderposten und Geschenkgutscheinen, schien aber die eigene Ratlosigkeit überhaupt nicht schlimm zu finden. Jedenfalls verspürten die Schafe keinen erkennbaren Konsumzwang, fühlten sich weder visuell noch sonst wie bedrängt vom wilden Warendurcheinander, wie es so typisch ist für deutsche Discounter, und hatten keineswegs den Eindruck, sie müssten ganz dringend auf Schnäppchenjagd gehen oder überhaupt irgendetwas einkaufen, damit der Kühlschrank am Abend nicht leer ist. Sie lehnten sich gemütlich aneinander, schauten arglos umher – und genossen ihr Sein um des Seins willen.

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