Dass Teile des iranischen Frauen-Teams in Australien Asyl bekommen, sorgt aufseiten des Iran für Unmut. Der Sportminister des Landes geht auf Donald Trump los. Für die Männer bringt der Verbandschef einen WM-Verzicht ins Spiel.
Nach den Vorgängen um die Frauen-Nationalmannschaft während des Asien-Cups in Australien hat der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes (FFI) erneut einen möglichen Verzicht der Männer-Weltmeisterschaft ins Spiel gebracht. „Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien?“, fragte Mehdi Tadsch laut der Nachrichtenagentur Isna.
Nach dem Vorrunden-Aus beim Asien-Cup waren fünf Spielerinnen in Australien geblieben und hatten humanitäre Visa erhalten. Medienberichten zufolge hätten sich noch zwei weitere Spielerinnen zu einem Verbleib in Australien entschieden.
Die Männer-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni. Der Iran hatte sich im März vorigen Jahres als eine der ersten Mannschaften für die WM 2026 qualifiziert. In der Gruppenphase trifft das Team auf Belgien, Neuseeland und Ägypten. Alle drei Spiele werden in den USA ausgetragen. Für die Auslosung im Dezember in Washington war Tadsch seitens der USA das Einreisevisum verweigert worden.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Tadsch angedeutet, dass nach den Angriffen der USA und Israel nicht zu erwarten sei, dass der Iran „hoffnungsvoll auf die WM blicke“. US-Präsident Donald Trump hatte gesagt, ihm sei es „wirklich egal“, ob der Iran teilnehme.
Verbandschef: Fußballerinnen zum Bleiben gedrängt
Der Auftritt des Frauen-Teams in Australien hatte für großes Aufsehen gesorgt. Tadsch sagte, die iranische Frauen‑Nationalmannschaft sei aus rein politischen Gründen sowohl von australischen Behörden als auch von iranischen Dissidenten dazu gedrängt worden, Asyl zu beantragen und nicht in den Iran zurückzukehren.
Irans Sportminister Ahmad Donjamali sprach in diesem Zusammenhang von einer „politischen Verschwörung“. US-Präsident Donald Trump und „feindliche Akteure“ hätten versucht, den Asien-Cup „propagandistisch zu instrumentalisieren“.
Verbandschef Tadsch erklärte weiter, es habe mehrere Kontaktaufnahmen iranischer Funktionäre mit den australischen Behörden sowie dem Asiatischen Fußball-Verband AFC gegeben, um diese Atmosphäre des Drucks zu beenden. Die Versuche seien erfolglos geblieben. Fünf Spielerinnen waren auf einem Foto mit Australiens Innenminister Tony Burke in Brisbane zu sehen, nachdem er die Entscheidung der Regierung für die Visa-Ausstellung mitgeteilt hatte. Sie hatten dabei ihr Kopftuch abgelegt.
dpa/luwi
Source: welt.de