Weidels skurriler TV-Auftritt: Wer ist welcher geheimnisvolle „Daniel“ aus welcher Wahlsendung?

Weidels skurriler TV-AuftrittWer ist der geheimnisvolle „Daniel“ aus der Wahlsendung?

09.03.2026, 16:39 Uhr Von Tom Kollmar

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Alice Weidel war am Sonntag in Stuttgart. Gemeinsam mit dem baden-württembergischen Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier trat sie nicht auf. (Foto: picture alliance/dpa)

Alice Weidel hat in der ARD kräftig gegen die Konkurrenz ausgeteilt. Und sich bei einem Unbekannten Rat geholt. Auf X fragen sich einige bereits: Wer ist Daniel?

Offenbar war die Partei- und Fraktionsvorsitzende der AfD mit ihrem Latein am Ende. „Ey Daniel, was kann ich eigentlich jetzt noch sagen?“, fragte Alice Weidel lautstark, während sie live im Fernsehen zu sehen und zu hören war.

Anders als der Parteichef der Grünen und die Generalsekretäre von SPD und CDU war Weidel am Sonntagabend in der Wahl-Sendung in der ARD nicht persönlich vor Ort, sondern wurde aus Stuttgart zugeschaltet. Daher hatte sie bei der Analyse der Landtagswahl in Baden-Württemberg Probleme, durchzudringen. Über weite Teile wirkte sie wie ein Fremdkörper in der Diskussion.

Nach ntv-Informationen wurde Weidel durch den in Stuttgart übertragenden Sender SWR nach Berlin geschaltet. Auf X warf ihr Auftritt vor allem eine Frage auf: Wer ist Daniel? Mit ihr im Raum war ein Redakteur des SWR und eben jener Daniel, den Weidel direkt ansprach. Daniel Tapp ist Büroleiter und persönlicher Pressesprecher und einer der engsten Vertrauten der Parteichefin. Wo Weidel ist, da ist auch Tapp.

Den beiden war offenkundig nicht bewusst, dass Weidel auch dann zu hören war, wenn sie nicht direkt angesprochen wurde. Immer wieder murmelte Weidel dazwischen und irritierte damit auch ARD-Moderator Markus Preiß, der in diesen Momenten kurzzeitig stockte.

Weidel stammt zwar aus Ostwestfalen und lebt in der Schweiz, ihre politische Heimat ist jedoch der AfD-Landesverband Baden-Württemberg. Daher entschied sie sich dafür, die Wahl aus Stuttgart zu beobachten und nicht für die TV-Runde nach Berlin zu reisen. Stattdessen zeterte sie nun per Zuschaltung: „Sie haben überhaupt keinen Sachverstand“, warf sie dem Grünen Parteivorsitzenden Felix Banaszak vor, der angesäuert der Schimpftirade zuhörte. In den Pausen, in denen Weidel nicht sprach, trank sie unter anderem ihren Tee und fummelte geräuschvoll ein Bonbon aus dem Papier. Im Hintergrund war alles live im TV zu sehen.

Zuvor war Weidel bereits gegenüber SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf ausfallend geworden. Nachdem Klüssendorf der AfD Vorwürfe in der Steuerpolitik gemacht hatte, sagte sie zu ihm: „Sie haben ja gerade mal fünf Prozent eingefahren, Sie sind, glaube ich, von der SPD, ich habe Sie noch nie gesehen. Aber ich glaube, Sie sind von der SPD, nicht wahr?“ Klüssendorf reagierte mit einem Lächeln. Nach etwas weiterem Gemurmel fuhr Weidel fort: „Also von der SPD sind Sie, ja“, bevor sie zur Sache weiterredete.

Quelle: ntv.de

Source: n-tv.de