Die USA und
Mexiko haben nach Kritik von US-Präsident Donald Trump ein neues
Wasserabkommen bekannt gegeben. Nach Angaben des Außen- und des Landwirtschaftsministeriums der USA sieht es vor, dass
Mexiko jährlich mindestens 430 Millionen Kubikmeter Wasser an
die USA liefert. Das entspricht etwa dem Doppelten des Volumens
der Bleilochtalsperre in Thüringen, der größten Deutschlands.
Den US-Angaben zufolge hat Mexiko zudem einen detaillierten Plan
vorgelegt, um alle Rückstände aus dem vorangegangenen Zyklus
vollständig auszugleichen. Mexiko bestätigte eine jährliche
Mindestliefermenge. Dem mexikanischen Außenministerium zufolge
hängen die Lieferungen von der aktuellen Wasserlage ab.
Mexiko verweist auf Dürren und den eigenen Bedarf
US-Außenminister Marco Rubio teilte mit, die Vereinbarung
stärke die Versorgungssicherheit für Gemeinden in Texas und die
US-Landwirtschaft. Trump hatte dem südlichen Nachbarn im
Dezember vorgeworfen, gegen ein Wasserabkommen von 1944 zu
verstoßen.
Der Vertrag sieht vor, dass Mexiko alle fünf Jahre
rund 2,16 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Rio Grande in die
USA leitet – etwas mehr als die Wassermenge des Chiemsees in Bayern. Mexiko hatte
zuletzt Schwierigkeiten, die Mengen bereitzustellen, und verwies
auf Dürren und den eigenen Bedarf. US-Angaben zufolge hatten
Trump und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum das
Thema in der vergangenen Woche besprochen.
Das Wasserabkommen zwischen Mexiko und den USA ist ein zentraler, aber auch kontroverser Pfeiler der bilateralen Beziehungen. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Vertrag wegen lang anhaltender Dürreperioden und des Klimawandels unter Druck geraten. Die USA drohen Mexiko mit Zöllen und Sanktionen, um Lieferungen zu erzwingen. Mexiko wiederum sieht sich innenpolitischem Widerstand ausgesetzt, weil zusätzliche Wasserabgaben an die USA lokal auf starken Unmut stoßen.