Was Merkel ihm gesagt haben sollTrump lobt scheidenden Grenell – mit Breitseite gegen Deutschland
16.03.2026, 22:15 Uhr
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Richard Grenell war von 2018 bis 2020 US-Botschafter in Deutschland. Danach hatte er ganz andere Aufgaben und nun scheidet er aus einer Position im Kulturbereich. Trumps Dank an ihn beschränkt sich dann aber doch ziemlich darauf, wie er einst in Berlin agierte.
Das von US-Präsident Donald Trump auf Regierungskurs getrimmte Kennedy Center in Washington soll vor seiner zweijährigen Renovierung einen neuen Leiter bekommen: Matt Floca, der bisher als Vizepräsident fürs Gebäudemanagement zuständig war.
Ausscheiden tut Richard Grenell, der vielen hierzulande noch als ehemaliger US-Botschafter bekannt ist. Er gebe den Posten nach „exzellenter Arbeit“ als Präsident der renommierten Kultureinrichtung ab, verkündete Trump über seine Plattform Truth Social, um dann noch einmal bei einer Pressekonferenz auf Grenell zu sprechen zu kommen.
Dabei steht dann aber nicht Grenells Bilanz als Kulturlenker im Mittelpunkt, sondern Trump schwenkt direkt auf Grenells Jahre zurückliegende Performance als Botschafter in Deutschland um – die ihm offenbar in positiver Erinnerung geblieben ist.
Trump: „Angela rief mich an“
„Er war immer unglaublich“, sagt Trump, „Er war der Botschafter in Deutschland. Es gab [bei seinem Wechsel zurück in die USA] keine glücklichere Frau auf der Welt als Angela Merkel. Sie rief mich an und sagte ‚Danke, Sir, Danke‘. Obwohl sie ihn sehr mochte, war niemand glücklicher als sie, dass er nicht mehr Botschafter für Deutschland sein würde. Er war sehr schwierig für die [Deutschen]. Er war nicht euer typischer Botschafter. Er war das Gegenteil. Er hat gemacht, was für die USA am besten ist – nicht für Deutschland. Und ich will euch sagen: Er hat einen glänzenden Job gemacht.“
Dass Trump nun in seinen Augen gute Arbeitsleistungen aus einer vorvergangenen Tätigkeit Grenells herausstellt, könnte auch damit zu tun haben, dass er ihm als Leiter des Kennedy Center vielleicht doch nicht so gut gefunden haben könnte.
Dies legt zumindest ein Bericht von CNN nahe: Trump sei frustriert über eine Flut negativer Schlagzeilen über seine Umgestaltung der Kunstinstitution, berichtet der Sender unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Quellen. Laut einer von diesen soll der Präsident Grenell zwar mögen, sei aber der Ansicht, dass dieser in Bezug auf seine Führung des Kennedy Centers, insbesondere im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, unbeholfen agiert habe. Eine andere Quelle berichtete indes, Grenell habe immer nur vorübergehend die Leitung übernehmen sollen.
Trump hatte das Kennedy Center kurz nach seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen „anti-amerikanische Propaganda“ in der Kulturwelt angekündigt. Er entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm selbst den Vorsitz und betraute seinen für polarisierende Äußerungen bekannten Vertrauten Grenell damit, die später – unter öffentlichem Protest – in „Trump Kennedy Center“ umbenannte Institution auf Linie zu bringen. Zur Begründung hieß es unter anderem, das landesweit bekannte Kulturhaus im Herzen der US-Hauptstadt sei zu „woke“ gewesen.
Source: n-tv.de