Warnung vor „ethnischem Krieg“Bericht: CIA will mit Bewaffnung der Kurden im Iran Aufstand auslösen
04.03.2026, 09:08 Uhr
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Die amerikanisch-israelischen Luftangriffe schwächen das iranische Regime erheblich, doch aktuell scheint ein Umsturz im Land eher unwahrscheinlich. Offenbar erwägen die USA deshalb Waffenlieferungen an eine ethnische Minderheit im Iran. Ein Experte warnt vor drastischen Folgen für die gesamte Region.
Der US-amerikanische Geheimdienst CIA will laut einem Bericht des Senders CNN kurdische Streitkräfte bewaffnen, um einen Volksaufstand im Iran anzuzetteln. Wie CNN unter Berufung auf mehrere mit dem Plan vertraute Personen schreibt, führt die Trump-Regierung Gespräche mit iranischen Oppositionsgruppen und kurdischen Führern im Irak über die Bereitstellung militärischer Unterstützung.
Demnach verfügen iranisch-kurdische bewaffnete Gruppen über Tausende von Kämpfern, die entlang der irakisch-iranischen Grenze operieren, vor allem in der irakischen Region Kurdistan. Mehrere dieser Gruppen hätten seit Beginn des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran öffentliche Erklärungen abgegeben, in denen sie auf bevorstehende Aktionen hingewiesen und die iranischen Streitkräfte zur Desertion aufgefordert hätten. Die Islamische Revolutionsgarde erklärte am Dienstag, dass sie kurdische Streitkräfte mit Dutzenden von Drohnen ins Visier genommen habe.
Irakische Kurden sprechen mit Trump
Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass die USA mit iranischen Kurden-Milizen über Angriffe auf Sicherheitskräfte im Iran beraten. Ziel sei es, das Militär nach dem Tod von Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei zu schwächen und einen Aufstand zu initiieren, sagen drei mit den Plänen vertraute Personen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.
US-Medien hatten zuletzt berichtet, dass Präsident Trump einen Tag nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe im Iran auch mit dem irakischen Kurdenführer Masud Barsani gesprochen habe. Trump soll demnach erwägen, die irakischen Kurden bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Die irakischen Kurden haben zahlreiche Kämpfer an der Grenze zum benachbarten Iran stationiert und auch Verbindungen zur kurdischen Minderheit im Iran.
Ben Rhodes, der unter Ex-Präsident Barack Obama stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater der US-Regierung war, schrieb auf X, dass es „eine schreckliche Idee wäre, ethnische Minderheiten im Iran zu bewaffnen“, um aus dem Krieg gegen das iranische Regime einen „ethnischen Bürgerkrieg und einen regionalen Krieg“ zu machen.
Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Mitgliedern, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange im Irak wie auch im Iran verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen Luft- und Raketenangriffe auf Ziele im Iran begonnen, besonders das israelische Militär nimmt den Sicherheitsapparat der Islamischen Republik ins Visier. Dabei wurde auch der oberste Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, getötet.
Die Nachrichtenagentur Reuters konnte am Dienstag bei Telefongesprächen mit Menschen im ganzen Land keine Hinweise dafür finden, dass es inmitten der Luftangriffe Proteste gegen die Machthaber gibt oder diese unmittelbar bevorstehen. Die USA und Israel haben seit Samstag Hunderte Iraner getötet und die Bevölkerung aufgerufen, die Gunst der Stunde zu nutzen und die Regierung durch Massenproteste zu Fall zu bringen.
Source: n-tv.de