Warnung vor Angriffen aufwärts Europa: Netanjahu drängt weitere Länder in den Krieg gegen Iran

Warnung vor Angriffen auf EuropaNetanjahu drängt weitere Länder in den Krieg gegen Iran

22.03.2026, 15:27 Uhr

Artikel anhören(02:36 min)

Israels Ministerpräsident Netanjahu besuchte die Stadt Arad, die am Samstag angegriffen wurde. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Der Angriff auf die Insel Diego Garcia zeigt: Irans Raketen können Ziele in Tausenden Kilometern Entfernung erreichen. Teheran könne „tief nach Europa vordringen“, warnt Israels Premier Netanjahu und fordert weitere Staaten zum Kriegseintritt auf. Berlin hält sich bisher zurück.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat weitere Länder dazu gedrängt, sich dem Kampf gegen den Iran anzuschließen. „Sie haben eine interkontinentale ballistische Rakete auf Diego Garcia abgefeuert“, sagte Netanjahu bei einem Besuch in der israelischen Wüstenstadt Arad, in der am Samstagabend eine iranische Rakete eingeschlagen und schwere Zerstörungen angerichtet hatte.

Der Iran hatte nach Angaben des Staatsfernsehens am Samstag zwei ballistische Raketen auf einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia abgefeuert. Der Stützpunkt liegt etwa 4000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste.

„Sie haben jetzt die Kapazität, tief nach Europa vorzudringen“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Der Iran habe schon europäische Länder wie Zypern angegriffen. Mit der Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus versuche Teheran zudem, „die gesamte Welt zu erpressen“.

Netanjahu fragte: „Welchen weiteren Beweis brauchen Sie noch, dass dieses Regime, das die ganze Welt bedroht, gestoppt werden muss?“ Es sei an der Zeit, „dass die Staats- und Regierungschefs der übrigen Länder sich anschließen“, sagte Netanjahu, ohne dabei konkrete Staaten zu nennen. Einige bewegten sich bereits in diese Richtung, „aber es ist mehr nötig“. Es gehe um die „Sicherheit der ganzen Welt“, sagte der Regierungschef.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte vor knapp einer Woche eine deutsche militärische Beteiligung am Schutz von Öltankern in der Straße von Hormus abgelehnt und den Kurs von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Die Nato sei ein Verteidigungs- und kein Interventionsbündnis, sagte Merz in Berlin. Die USA und Israel hatten am 28. Februar Angriffe gegen den Iran begonnen. Teheran reagierte mit massiven Raketenangriffen auf Israel und andere Länder in der Region.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

Source: n-tv.de