Wahl in Dänemark: Sozialdemokraten werden stärkste Partei – mit historisch schlechtem Ergebnis


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Die ersten Prognosen bei der Parlamentswahl in Dänemark sind da. Die Partei der Regierungschefin Frederiksen gewinnt, muss aber Federn lassen. Einer dürfte Königsmacher werden.

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Dänemark haben die Sozialdemokraten von Regierungschefin Mette Frederiksen Prognosen zufolge trotz heftiger Verluste die meisten Stimmen erhalten. Der dänische Rundfunk Danmarks Radio berichtete, dass dies das schlechteste Ergebnis der Sozialdemokraten seit 1901 wäre, sollten sich die Prognosen bestätigen.

Die aktuelle Regierung aus Sozialdemokraten, rechtsliberaler Venstre und den Moderaten hätte keine Mehrheit. Das dänische Parlament, das Folketing, hat 179 Sitze. Eine Mehrheit erfordert also 90 Mandate. Laut den Nachwahlbefragungen hat derzeit keines der beiden traditionellen Lager im Parlament eine Mehrheit. Eine Erhebung des Fernsehsenders TV2 und Megafon sieht die Linken bei 86 und die Rechten bei 75 Sitzen.

Zentrumspartei Moderaterne wird Königsmacher nach Wahl in Dänemark

Traditionell gibt es den „roten Block“, bestehend aus Parteien links der Mitte, und den „blauen Block“, bestehend aus bürgerlichen und rechten Parteien. Die Moderaten von Außenminister Lars Løkke Rasmussen gehören keinem der Lager an und kommen laut Exit-Polls auf 14 Sitze im Parlament. 

Die Mehrheitsverhältnisse im Folketing sind daher noch unklar. Die Zentrumspartei Rasmussens könnte bei der Regierungsbildung entscheidend sein. Alternativ könnten die vier Abgeordneten aus Grönland und den Färöer-Inseln den Ausschlag geben.

Rund 4,3 Millionen Däninnen und Dänen waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Ein vorläufiges Endergebnis könnte im Laufe der Wahlnacht feststehen. Frederiksen ist seit 2019 Regierungschefin. Ihr kam bei der Wahl, die unter dem Eindruck der Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen das dänische Autonomiegebiet Grönland stattfand, ihr Image als erfahrene Staatenlenkerin zugute. Der Wahlkampf konzentrierte sich zudem auf innenpolitische Themen wie die Inflation, den Sozialstaat und hohe Nitratwerte im Wasser und der Landwirtschaft.

AFP · DPA · Reuters

rw

Source: stern.de