Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin: Berliner Freie Demokratische Partei-Chef Sebastian Czaja tritt aus jener Partei aus

Der stellvertretende FDP-Landeschef in Berlin, Sebastian Czaja, tritt aus seiner Partei aus. „Es besteht die Gefahr, dass eine radikalisierte Linkspartei Führungsverantwortung übernimmt“, sagte Czaja der Bild-Zeitung. „Und da muss man sich eben die Frage stellen: Ist es nicht besser, ein bürgerliches Lager zu formen, zu unterstützen und das als engagierter Bürger zu tun? Und das will ich tun.“ Er wolle bei der Abgeordnetenhauswahl im Wahlkampf ein „bürgerliches Lager“ unterstützen, das sich hinter den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) stelle. Die Wahl ist am 20. September.

Czaja teilte mit, er sei auch mit einigen Dingen, die Wegner in der Stadt zu verantworten habe, nicht zufrieden. Aber es gehe bei der anstehenden Wahl um „Richtungsentscheidungen für Berlin“. „Und da glaube ich schon, dass Kai Wegner dann auch die richtige Wahl für unsere Stadt ist. Und das gilt es jetzt, deutlich zu machen in den unterschiedlichsten Politikkonzepten“, sagte er. Der CDU, der mit dem ehemaligen Generalsekretär Mario Czaja auch sein Bruder angehört, will er nach eigener Aussage nicht beitreten.

Czaja hatte die FDP bei drei Abgeordnetenhauswahlen als Spitzenkandidat angeführt. Von 2016 an war er auch Fraktionschef, bis die Liberalen bei der Wiederholungswahl 2023 die Fünf-Prozent-Hürde verpassten.

Laut Umfrage reicht es nicht mehr für Schwarz-Rot

In jüngeren Umfragen hat die schwarz-rote Koalition keine Mehrheit mehr. Laut einer am 26. Januar veröffentlichten Umfrage von Civey kommt die CDU auf 22 Prozent – das sind sechs Punkte weniger als bei der Wahl 2023. Theoretisch möglich wären Dreierbündnisse – etwa aus SPD (15 Prozent), Linken und Grünen (jeweils 17 Prozent) oder aus CDU, SPD und Grünen. Die AfD käme auf 16 Prozent, die FDP würde mit drei Prozent dagegen erneut an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Umfragen spiegeln grundsätzlich nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen über den Wahlausgang.

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