Eine gewaltige Aschewolke hängt über Kamtschatka. Der Vulkan Schiwelutsch ist ausgebrochen und hat den Himmel im Osten Russlands verdunkelt. Die Behörden warnen vor den Folgen, die auch hunderte Kilometer weit zu spüren sind.
Spektakuläre Bilder aus dem Fernen Osten Russlands: Der Vulkan Schiwelutsch auf der abgelegenen Halbinsel Kamtschatka ist ausgebrochen und hat eine riesige Aschewolke ausgestoßen. Die Aschesäule des 3300 Meter hohen Vulkans stieg bis auf knapp 9000 Meter über den Meeresspiegel, wie das Regionalbüro der Russischen Akademie der Wissenschaften am Mittwoch mitteilte. Auch gut hundert Kilometer vom Vulkan entfernt hing Asche in der Luft.
Wegen des Ausbruchs wurde von den Behörden die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. Berichte über Verletzte oder Schäden in der nur wenig bewohnten Region gab es nicht.
Der Schiwelutsch liegt etwa 450 Kilometer nördlich von Petropawlowsk-Kamtschatski, der größten Stadt der Halbinsel. Sein Alter wird auf 60.000 bis 70.000 Jahre geschätzt, er ist einer der größten und aktivsten Vulkane auf der Halbinsel.
Die Vulkane auf Kamtschatka gehören seit 1996 zum Unesco-Welterbe. Sie wurden in die Liste aufgenommen als „eine der herausragendsten Vulkanregionen der Welt“, wo das „Zusammenspiel von aktiven Vulkanen und Gletschern eine dynamische Landschaft von großer Schönheit formt“.
Kamtschatka zählt insgesamt rund 30 aktive und mehr als 300 erloschene Vulkane und gehört damit zu den vulkanisch aktivsten Regionen der Erde. Die Halbinsel liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, wo mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen und regelmäßig starke Erdbeben und Vulkanausbrüche auslösen.
Zu den bekanntesten Feuerbergen neben dem Schiwelutsch zählen der Kljutschewskaja Sopka, mit fast 4750 Metern der höchste aktive Vulkan Eurasiens, sowie der Awatschinski nahe der Regionalhauptstadt. Trotz ihrer Abgeschiedenheit werden die Vulkane Kamtschatkas kontinuierlich überwacht, da ihre Aschewolken eine Gefahr für den internationalen Flugverkehr über dem Nordpazifik darstellen können.
rc mit AFP
Source: welt.de