Vorweihnachtszeit: Paketbranche erwartet geringen Anstieg von Sendungen vor Weihnachten

Die schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland wirkt sich auch auf die Paketbranche aus. Wie der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) in Berufung auf eine aktuelle Marktanalyse mitteilte, steigt die Zahl der Paketsendungen in den letzten beiden Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr kaum an. 

Im November und Dezember – bei Rabattaktionen wie dem Black Friday und in der Zeit vor Weihnachten – bestellen die Verbraucherinnen und Verbraucher traditionell besonders viel. In diesem Jahr wird das Jahresendgeschäft der Prognose zufolge aber
kein Wachstumstreiber. Im Segment der Sendungen von Firmen an
Verbraucher, also der klassischen Onlinebestellung, wird zwar ein Plus
erwartet, bei Sendungen von Firmen an Firmen aber ein leichtes Minus. Im
November und Dezember dürfte die Zahl der Sendungen so insgesamt lediglich
zwischen ein und zwei Prozent zunehmen – laut BPEX „faktisch eine
Stagnation“.

Rund neun Millionen Sendungen pro Tag vor Weihnachten

Insgesamt rechnet die Branche in den Wochen vor Weihnachten mit 750
Millionen Sendungen. 450 Millionen davon gehen demnach an
Privathaushalte; pro Tag würden im Durchschnitt etwa neun Millionen
Sendungen an Privatadressen zugestellt. Gründe für den Rückgang von
Sendungen zwischen Unternehmen sind laut BPEX „die verhaltene
Investitions- und Produktionsaktivität vieler Branchen, geopolitische
Unsicherheiten und anhaltende Strukturveränderungen in der Industrie“.

Auch mit Blick auf das gesamte Jahr 2025 sieht die Prognose der Paketbranche verhalten aus. So steigt die Menge der Sendungen in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich nur um zwei Prozent auf insgesamt rund 4,4 Milliarden. Im Juni hatte sich das vom BPEX beauftragte Marktforschungsunternehmen noch optimistischer gezeigt und einen Anstieg um 2,5 bis 3,5 Prozent prognostiziert. 2024 war es ein Plus von 2,8 Prozent gewesen.

Kritik an zunehmender staatlicher Regulierung

Dem BPEX-Vorsitzenden Marten Bosselmann zufolge führen „wirtschaftliche Stagnation, Handelssanktionen, strukturelle Verschiebungen in Lieferketten und zunehmende staatliche Regulierung“ dazu, dass das Weihnachtsgeschäft im laufenden Jahr verhaltener ausfällt. „Wir brauchen jetzt und auch mittelfristig Entlastungen, damit die Betriebe wieder Luft zum Atmen haben und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Marktentwicklung gesichert werden“, sagte Bosselmann.

Die Paketbranche hat ein starkes Wachstum in den Jahren der Coronapandemie hinter sich, damals nahmen die Bestellungen im Internet deutlich zu. Nach dem Ende der Pandemie flachte das Wachstum etwas ab.

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