Vor Topspiel in Bundesliga: Bayern-Präsident gegen „50+1“

Wenn der FC Bayern München im Spitzenspiel der Fußball-Bundeliga am Samstagabend bei Borussia Dortmund gewinnt, könnte der Titelkampf früh entschieden sein. Mit 11 Punkten Vorsprung bei 10 ausstehenden Partien hätte der deutsche Rekordmeister einmal mehr seine Vormachtstellung zementiert.

Bayern-Präsident Herbert Hainer will dem allgemeinen Eindruck, sein Klub sei dem Rest der Liga haushoch überlegen, nicht widersprechen. Dennoch steht er fest zu dem nationalen Wettbewerb, wie er vor Journalisten im Münchner Club Wirtschaftspresse sagte: „Die Bundesliga braucht den FC Bayern, und der FC Bayern braucht die Bundesliga.“

Die wechselseitige Beziehung funktioniert – grob vereinfacht – ungefähr so: Die Bayern sorgen mit ihrem Starensemble für volle Stadien und hohe Einschaltquoten, der Gewinn der Meisterschaft wiederum sichert ihnen die Teilnahme an der lukrativen Champions League. Das ist jene internationale Bühne, auf der selbst das Aushängeschild des deutschen Fußballs zuletzt regelmäßig gescheitert ist. Den letzten Champions-League-Triumph feierten die Bayern 2020 in Lissabon, seitdem war stets im Viertelfinale Schluss, einmal reichte es zum Halbfinale.

Die Premier League ist finanziell enteilt

Der internationale Wettbewerb werde immer härter, sagte Hainer und nannte die finanzielle Überlegenheit der englischen Vereine: „Die Premier League nimmt jedes Jahr 4,5 Milliarden Euro ein, davon 2 Milliarden durch die Rechtevermarktung im Ausland, die Bundesliga nur 1,3 Milliarden Euro.“ Vor allem in der Auslandsvermarktung, die Bayern, Dortmund und Co. 175 Millionen Euro bringt, klafft eine Lücke.

„Da muss die Bundesliga attraktiver werden“, forderte Hainer. Einen grundlegenden Umbau des Fußballs, etwa in der Gründung einer Super League mit den europäischen Spitzenvereinen, sieht er nicht. „Die nationalen Ligen sind das Fundament der europäischen Fußballklubs und mit der Champions League sind wir international bestens aufgestellt.“ Der frühere Adidas-Chef, seit 2019 Präsident des FC Bayern, bekräftigte einmal mehr, dass sowohl die Klubverantwortlichen als auch die Fans eine Super League ablehnten.

Reformbedarf sieht er in der Bundesliga. Die sogenannte 50+1-Regel, die verhindern soll, dass ein Investor die Mehrheit an einem Verein übernimmt, würde Hainer lieber heute als morgen abschaffen. „Ich bin der Meinung, dass man es den Klubs und ihren Mitgliedern überlassen sollte, wie viele Anteile sie abgeben wollen.“ Mit neuen Investoren könnten andere Vereine finanziell wieder aufholen: „Wir können ja nicht schlechter werden, nur damit die anderen auch mal gewinnen.“

Der FC Bayern hat in seiner Satzung verankert, dass Investoren maximal 30 Prozent übernehmen können. Adidas, Allianz und Audi halten zusammen 25 Prozent an der FC Bayern München AG, 5 Prozent wären also noch möglich. Ein weiterer Investor stehe aber nicht zur Debatte, sagte Hainer. „Wir sind wirtschaftlich unabhängig und wollen das auch bleiben.“

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