Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad soll in den kommenden fünf Jahren von Generalmajor Roman Gofman geleitet werden. Gofman werde sein Amt als Mossad-Direktor am 2. Juni antreten, hieß es in einer Mitteilung aus dem Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Zuvor hatte dieser das offizielle Ernennungsschreiben Gofmans unterzeichnet, den er bereits Ende vergangenen Jahres als neuen Leiter des Geheimdienstes vorgeschlagen hatte.
Gofman wird den scheidenden Mossad-Chef David Barnea ersetzen, dessen fünfjährige Amtszeit im Juni endet. Aktive und ehemalige Sicherheitsbeamte hatten sich wegen der Nominierung zuvor kritisch geäußert und Gofmans fehlende Erfahrung im Geheimdienst bemängelt. Gofman gilt als enger Vertrauter des Ministerpräsidenten und war fast zwei Jahre lang als dessen Militärsekretär tätig.
In Belarus geboren
Gofman wurde in Belarus geboren und wanderte 1990 im Alter von 14 Jahren mit seiner Familie nach Israel aus. Er studierte an der Talmudschule von Ely, einer führenden Institution des religiösen Rechtszionismus in der gleichnamigen Siedlung im von Israel besetzten Westjordanland.
Während des Angriffs der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 wurde er nahe der Grenze zum Gazastreifen verletzt. Danach berief Netanjahu ihn in sein Kabinett. Bevor er 2024 das Amt des Militärsekretärs Netanjahus übernahm, verfasste Gofman ein umstrittenes Dokument, in dem er empfahl, dass Israel nach einem Sieg über die Hamas im Krieg die militärische Kontrolle über den Gazastreifen beibehalten solle.
Auch der Inlandsgeheimdienst Schin Bet wird seit dem vergangenen Jahr von einem ehemaligen General der Streitkräfte, David Zini, geleitet. Der pensionierte Generalmajor gehört der ultrarechten Bewegung in Israel an. Ihm wird außerdem eine ideologische Nähe zur Siedlerbewegung nachgesagt.
Source: faz.net