Italien bemerkt in der Region um Neapel überdurchschnittlich viele neue Hepatitis-A-Fälle. Nun verbieten Behörden Gerichte mit rohen Meeresfrüchten.
150 neue Erkrankungen meldeten die Gesundheitsbehörden für die Region Kampanien seit Beginn des Jahres, 84 davon in Neapel. Damit gibt es aktuell zehnmal mehr Hepatitis-A-Fälle, als es in den vergangenen Jahren der Durchschnitt war, berichtete die „Tagesschau“.
Ursache seien von Abwasser verunreinigte Muschelzuchtanlagen gewesen. Um dem Ausbruch entgegenzuwirken, haben die Behörden alle Gerichte sowie den Verkauf mit rohen Meeresfrüchten verboten. Restaurants und Fischständen, die gegen diese Regelung verstoßen, drohe ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro. Die Polizei soll die Einhaltung des Verbots kontrollieren.
Weitere Regionen in Italien melden erste Fälle
Außerdem empfehlen die Behörden der gesamten Bevölkerung, auch zuhause auf rohe Meeresfrüchte zu verzichten. Des Weiteren rufen sie zur Impfung gegen das Virus auf.
Laut der „Frankfurter Rundschau“ liegen am Dienstag aktuell 70 Menschen wegen Hepatitis-A im Colli-Krankenhaus in Neapel. Acht Infizierte würden in der Notaufnahme versorgt. Noch am Samstag seien es lediglich 50 Hepatitis-A-Patienten gewesen. Auch in der Provinz Latina, südöstlich von Rom, seien bereits 24 Fälle gemeldet worden.
Was ist Hepatitis A?
Hepatitis A ist ansteckend und kann über den Verzehr von rohen Lebensmitteln, aber auch über die gemeinsame Benutzung von Toiletten und Handtüchern übertragen werden. Symptome der Infektion sind Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und Gelbsucht. Tödlich ist das Virus jedoch nur sehr selten: Das private Tropeninstitut Dr. Gontard schreibt, dass die Erkrankung lediglich bei ein bis zwei Prozent der Menschen über 40 Jahren zu schweren Verläufen oder gar zum Tod führt.
sts
Source: stern.de