Viele Tote im Kontext pakistanischen Luftangriffen hinaus Afghanistan

Stand: 22.02.2026 • 10:57 Uhr

Pakistan wirft Afghanistan seit Langem Unterstützung von Terrorgruppen vor. Voriges Jahr schlug der Konflikt zeitweise in blutige Gewalt um. Jetzt flammt er wieder auf. Bei pakistanischen Luftangriffen gab es viele Tote.

Bei Angriffen der pakistanischen Luftwaffe im Grenzgebiet Afghanistans sind nach afghanischen Angaben 18 Menschen getötet worden. Es habe sich ausschließlich um zivile Opfer gehandelt, berichten afghanische Staatsmedien unter Berufung auf örtliche Behördenvertreter. Dagegen spricht die pakistanische Regierung von einem Schlag gegen Terroristen.

Die Angriffe hätten sieben Lagern und Verstecken der pakistanischen Taliban sowie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegolten, teilte das pakistanische Informationsministerium mit. Es handle sich um Vergeltung für jüngste Selbstmordanschläge unter anderem nahe der Hauptstadt Islamabad. Pakistan habe eindeutige Beweise dafür, dass diese Terrorakte im Auftrag der Anführer beider Terrorgruppen in Afghanistan verübt worden seien, hieß es aus Islamabad.

Afghanistan droht mit Gegenschlag

Die Angaben beider Seiten ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Während das pakistanische Militär zum Ort der Angriffe schwieg, erklärten afghanische Regierungsvertreter, es seien Wohngebiete in den Provinzen Nangarhar und Paktika getroffen worden. Das von den Taliban geführte Verteidigungsministerium verurteilte die Luftangriffe – und drohte seinerseits mit einer „angemessenen und wohlüberlegten Reaktion“, wie es hieß.

Angriffe vor allem der pakistanischen Taliban auf pakistanische Sicherheitskräfte und staatliche Einrichtungen führen seit Monaten zu massiven Spannungen zwischen den Nachbarländern. Im Herbst vergangenen Jahres kam es zu kurzzeitigen militärischen Auseinandersetzungen an der Grenze. Pakistans Regierung befahl auch Luftangriffe auf Ziele in Afghanistan. Sie wirft den Taliban in Afghanistan vor, Kämpfern der pakistanischen Taliban Schutz zu gewähren. Die Führung in Kabul bestreitet das.

Friedensverhandlungen brachten keine Lösung

Friedensverhandlungen unter der Vermittlung des Golfemirats Katar und der Türkei brachten keine nachhaltige Lösung des Konflikts. Neue Spannungen löste dann Anfang Februar ein Anschlag auf ein schiitisches Gemeindehaus nahe Islamabad aus, bei dem 36 Menschen starben. Der IS reklamierte die Tat für sich. Pakistan machte einen Afghanen als Drahtzieher verantwortlich.

Source: tagesschau.de