Versorgung „noch relativ sicher“: EU senkt Zielmarke für jedes Befüllung von Gasspeichern

Versorgung „noch relativ sicher“EU senkt Zielmarke für Befüllung von Gasspeichern

21.03.2026, 20:49 Uhr

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In solchen Anlagen wird das Gas für den Winter gesichert. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Krieg in Nahost lässt die Gaspreise stark ansteigen. Nach dem Winter sind die Speicher weitgehend erschöpft. Aufgefüllt werden sollen sie nicht bis auf das übliche Niveau.

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat die EU-Kommission die Zielvorgaben für die Befüllung der Gasspeicher in den EU-Ländern gesenkt. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen rief die Mitgliedstaaten in einem Brief dazu auf, eine Senkung ihres Befüllungsziels „auf 80 Prozent so früh wie möglich in Betracht zu ziehen“. Damit solle den Marktteilnehmern „Sicherheit und Zuversicht“ vermittelt werden. Das übliche Füllziel liegt bei 90 Prozent.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich der Ölpreis um mehr als 50 Prozent erhöht und die Gaspreise in der EU sind um mehr als 30 Prozent gestiegen. Der Iran nimmt bei seinen Vergeltungsangriffen Öl- und Gasanlagen in den Golfstaaten ins Visier. Zudem ist die für den weltweiten Öl- und Flüssiggas-Transport wichtige Straße von Hormus faktisch für die Schifffahrt gesperrt.

Die Gasversorgung in der EU sei „zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch relativ abgesichert“, da die Mitgliedstaaten den Großteil ihres Flüssiggases aus den USA beziehen, erklärte Jørgensen.

Die Gasspeicher in Deutschland sind nach Angaben der Branchenvereinigung Ines derzeit zu knapp 22 Prozent gefüllt. Dies reiche selbst bei extrem kalten Temperaturen aus, „um die Gasversorgung bis zum Ende der Heizperiode sicherzustellen“, teilte die Vereinigung kürzlich mit. Die Wiederbefüllung für den kommenden Winter sei angesichts der derzeitigen Marktlage aber eine „außergewöhnlich große Herausforderung“.

Quelle: ntv.de, mpa/AFP

Source: n-tv.de