Verlag „Das Beste“: Deutsche Ausgabe von „Reader’s Digest“ ist insolvent

Die deutsche Ausgabe der amerikanischen Zeitschrift „Reader’s Digest“ steckt in ernsten Schwierigkeiten. Der Stuttgarter Verlag Das Beste GmbH, der die deutsche Ausgabe herausgibt, ist pleite. Das Amtsgericht Stuttgart hat Anfang März das Insolvenzverfahren eröffnet.

Betroffen sind laut Insolvenzverwalter Philipp Grub von der Kanzlei Grub Brugger 86 Mitarbeiter. „Das Unternehmen soll aber fortgeführt werden“, sagte der Rechtsanwalt im Gespräch mit der F.A.Z. Und: „Wir sind in Verhandlungen mit drei Investoren.“ Er hoffe, so die Zukunft für den Verlag und das Magazin sichern zu können. „Das wird aber nicht ohne Einschnitte gehen“, sagte Grub. Das bedeutet, auch Personal müsse voraussichtlich reduziert werden.

Die Zeitschrift sammelt interessante Artikel aus unterschiedlichen Quellen

Es geht hier nur um die deutsche Ausgabe des internationalen Magazins, die seit 1948 in Stuttgart produziert wird. Laut dem Insolvenzverwalter hat die deutschsprachige Ausgabe eine Gesamtauflage von rund 130.000 Exemplaren mit einer vorwiegend älteren, aber sehr treuen Leserschaft. In Amerika gibt es „Reader’s Digest“ seit 1922, eine deutsche Ausgabe in Lizenz seit 1948.

Die ursprüngliche Idee des Gründers war, in der Zeitschrift Kurzzusammenfassungen interessanter Bücher und auch Artikel aus anderen Zeitschriften zu bündeln, um so dem Leser nur „das Beste“ zu präsentieren. Mit der Zeit wurden dann immer mehr eigene Inhalte produziert, darunter auch viele Gesundheits- und Ernährungstipps.

In Schwierigkeiten geraten ist der Stuttgarter Verlag nicht nur wegen einer sinkenden Auflage, sondern auch, weil der ebenfalls zum Unternehmen gehörende Direktvertrieb von Artikeln wie CDs, DVDs oder Rotwein und Parfüm stark eingebrochen ist.

Laut Insolvenzverwalter Grub erwirtschaftete der Verlag im Jahr 2021 insgesamt noch einen Umsatz von 42 Millionen Euro, im Jahr 2025 war es mit nur noch 19 Millionen Euro weniger als die Hälfte. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen einen Verlust von rund 750.000 Euro.

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