Überraschend kurz fiel der zweite Verhandlungstag zwischen der Ukraine und Russland in Genf aus. Schwierig, aber sachlich waren die Gespräche laut den Verhandlern. Ob es Fortschritte gegeben hat? Unklar.
Intensiv und substanziell – so beschrieb der ukrainische Delegationsleiter Rustem Umjerow die Diskussionen mit Russland. Er dankte den USA, die dafür gesorgt hätten, dass der Verhandlungsprozess weitergehe.
Russlands Verhandlungsführer, der Putin-Berater Wladimir Medinski, sprach beim Verlassen der Konferenzräume im Genfer Hotel Intercontinental von schwierigen, aber sachlichen Gesprächen.
Es werde in naher Zukunft zu einem weiteren Treffen kommen, so die Ankündigung von Medinski nach dem nur zweistündigem zweiten Verhandlungstag.
Keine Informationen zu möglichen Ergebnissen
Es war nach zwei vorherigen Treffen in Abu Dhabi die dritte trilaterale Gesprächsrunde mit dem Fernziel, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu beenden. Neben den Delegationen aus Russland und der Ukraine waren für die US-Regierung der Sondergesandte Steve Witkoff und Präsident Trumps Schwiegersohn Jared Kushner beteiligt.
Zu den konkreten Ergebnissen der Gespräche sagten die russischen und ukrainischen Delegationsleiter in Genf nichts. Medinski sagte gegenüber dem ARD-Studio Genf, er wolle nicht spoilern.
Ähnlich äußerte sich der ukrainische Verhandlungsführer. „Es gibt Fortschritte, aber es können noch keine Details bekannt gegeben werden“, sagte Umjerow. Der nächste Schritt sei, den erforderlichen Konsens zu erzielen, um die ausgearbeiteten Beschlüsse den Präsidenten zur Prüfung vorzulegen.
Selenskyj: Geht voran im militärischen Bereich
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in einem WhatsApp-Chat, aus dem unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters zitiert, zugleich skeptisch und vorsichtig optimistisch geäußert.
Die Genfer Runde der trilateralen Gespräche sei schwierig gewesen, so Selenskyj. Es habe jedoch Fortschritte gegeben – in Bezug auf militärische Fragen seien alle drei Parteien konstruktiv gewesen, sagte Selenskyj gegenüber Reuters. „Im militärischen Bereich geht es voran“, sagte der Präsident. „Auf politischer Ebene gab es einen Dialog – aber ich habe nicht von Fortschritten gehört wie beim militärischen Weg.“
Wann genau die trilateralen Verhandlungen fortgesetzt werden ist noch nicht bekannt. Die Ukraine bleibe konstruktiv, sagte der ukrainische Delegationsleiter Umjerow in Genf. Das Ziel sei ein gerechter und dauerhafter Frieden.
Source: tagesschau.de