Verhandlungen die ganze Nacht: Pakistan legt USA und Iran Plan pro Kriegsende vor

Verhandlungen die ganze NachtPakistan legt USA und Iran Plan für Kriegsende vor

06.04.2026, 11:35 Uhr

Für diese Demonstrantin in Teheran ist klar, wer Schuld am Leid im Iran hat: US-Präsident Donald Trump. (Foto: picture alliance / Anadolu)

In die Friedensverhandlungen im Nahen Osten kommt Bewegung. Pakistan übermittelt den USA und dem Iran die Rahmenbedingungen für einen Waffenstillstand und die Öffnung der Straße von Hormus.

Der Iran und die USA haben einem Insider zufolge einen von Pakistan ausgearbeiteten Plan zur Beendigung der Kriegshandlungen erhalten. Dieser könnte bereits am heutigen Montag in Kraft treten und die Straße von Hormus wieder öffnen, sagte eine mit den Vorschlägen vertraute Person. Pakistan habe den Plan über Nacht mit dem Iran und den USA ausgetauscht. „Alle Punkte müssen heute vereinbart werden.“

Der Plan sieht den Angaben zufolge einen zweistufigen Ansatz vor: Nach einer sofortigen Waffenruhe soll anschließend ein umfassendes Abkommen ausgehandelt werden. Zunächst soll eine Absichtserklärung vereinbart werden, die auf elektronischem Weg über Pakistan abgeschlossen wird. Das Land fungiert als einziger Kommunikationskanal in den Gesprächen. Der pakistanische Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, habe die ganze Nacht über in Kontakt mit US-Vizepräsident JD Vance, dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi gestanden, heißt es. Auch Ägypten und die Türkei sollen bei den Vermittlungen helfen.

Persönliche Gespräche in Islamabad

Laut dem vorläufig als „Islamabad-Abkommen“ bekannten Vorschlag soll eine sofortige Waffenruhe in Kraft treten und die Straße von Hormus wieder geöffnet werden, hieß es weiter. Anschließend bleiben 15 bis 20 Tage, um eine umfassende Regelung auszuarbeiten. Die persönlichen Gespräche sollen in Islamabad stattfinden.

Das Nachrichtenportal Axios hatte am Sonntag unter Berufung auf US-amerikanische, israelische und regionale Insider berichtet, dass die USA, der Iran und regionale Vermittler über eine 45-tägige Waffenruhe als Teil eines zweiphasigen Abkommens diskutieren. Dies könne zu einem dauerhaften Ende des Krieges führen.

Das endgültige Abkommen soll dem Insider zufolge voraussichtlich die Verpflichtung des Iran beinhalten, keine Atomwaffen anzustreben. Im Gegenzug sollen Sanktionen gelockert und eingefrorene Vermögenswerte freigegeben werden.

Iranische Regierungsvertreter hatten in der Vergangenheit gesagt, dass die Führung in Teheran einen dauerhaften Waffenstillstand anstrebt. Das Abkommen müsse Garantien enthalten, dass das Land nicht erneut von den USA und Israel angegriffen werde.

Iran lehnt Ultimaten ab

Der Iran soll den Erhalt des Plans bestätigt haben. Die Erfolgsaussichten scheinen jedoch gering. Der Iran habe nicht den Eindruck, dass die USA zu einem dauerhaften Waffenstillstand bereit seien, sagte der Insider. Daher sei auch die Islamische Republik nicht zu einer vorübergehenden Waffenruhe bereit und werde dafür auch nicht die Straße von Hormus öffnen. Die Botschaft des Regimes laute: Der Iran lässt sich nicht unter Druck setzen und wird sich nicht auf Ultimaten einlassen.

Stattdessen droht die Islamische Republik laut „Wall Street Journal“ mit Vergeltungsschlägen, sollte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen wahr machen und iranische Brücken und Kraftwerke angreifen. Als mögliche Ziele wurde die Energieinfrastruktur der Golfstaaten genannt. Speziell der US-Verbündete Saudi-Arabien soll demzufolge ins Visier genommen werden.

Aus den USA liegt bisher keine Stellungnahme vor. Der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Tahir Andrabi, lehnte einen Kommentar ab.

Trump droht dem Iran

Die jüngsten diplomatischen Bemühungen fallen in eine Zeit eskalierender Feindseligkeiten. Diese haben die Sorge vor einer Unterbrechung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus geschürt, die eine der wichtigsten Routen für die weltweite Ölversorgung ist. Der Konflikt hat die Schwankungen an den Energiemärkten verstärkt. Händler beobachten die Entwicklungen genau.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen öffentlich auf ein schnelles Ende des Konflikts gedrängt und vor Konsequenzen gewarnt, sollte nicht innerhalb kurzer Zeit ein Waffenstillstand erreicht werden. Am Sonntag drohte Trump mit Angriffen auf die Infrastruktur: „Dienstag wird im Iran Kraftwerks-Tag und Brücken-Tag in einem sein.“ Er forderte erneut die Öffnung der Meerenge „oder ihr werdet in der Hölle leben“. Trump hatte mehrfach Fristen gesetzt. Zuletzt war von Dienstag die Rede.

Quelle: ntv.de, chr/rts

Source: n-tv.de