Die
Inflationsrate in den USA ist nach Angaben des US-Arbeitsministeriums zu Jahresbeginn auf 2,4 Prozent zurückgegangen. Im Dezember 2025 waren die Verbraucherpreise noch um 2,7 Prozent gestiegen. Damit liegt die Teuerungsrate im Januar um 0,3 Prozentpunkte unter der des Vormonats. Volkswirte hatten einen Rückgang zwar erwartet, waren aber im Schnitt von einer etwas höheren Inflationsrate von 2,5 Prozent ausgegangen.
Die Inflationsrate bezieht sich auf die Veränderung von Verbraucherpreisen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ihr Rückgang im Januar ist vor allem auf sinkende Energiepreise zurückzuführen. Während sich Dienstleistungen im Jahresvergleich überdurchschnittlich stark verteuert haben, sind die Benzinpreise um 7,5 Prozent gesunken.
Fed betrachtet vor allem Kerninflation
Auch im Vergleich zum Dezember 2025 ließen die Preise für Energie nach, für Heizöl mussten US-Bürgerinnen und US-Bürger im Januar etwa 5,7 Prozent weniger zahlen als zum Jahresende. Etwas teurer wurden dagegen Lebensmittel, Kleidung und Dienstleistungen. Mit Blick auf die Zwischenwahlen zum Kongress im November sind die gestiegenen Lebenshaltungskosten in den USA eines der zentralen Themen der politischen Debatte.
Auch die Kerninflation, also die Jahresteuerung ohne die
schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel,
schwächte sich ab. Sie sank auf 2,5 von 2,6 Prozent. Die
US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat diese Rate besonders im Blick, da sie den
zugrunde liegenden Inflationstrend gut abbildet.
Im Zuge der Auswirkungen der
Corona-Pandemie
und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte
die Inflation in den USA im Juni 2022 mit 9,1 Prozent den höchsten Wert
seit 40 Jahren erreicht. Seither ging sie wieder schrittweise zurück. Im vergangenen Jahr hatte die Fed den Leitzins vor diesem Hintergrund siebenmal angehoben. Mit der nachlassenden Inflation dürfte auch der Druck auf die Notenbank nachlassen.
US-Zölle haben kaum Auswirkungen
Angesichts der rückläufigen Inflation fragen sich Experten, wieso
sich die US-Zollpolitik bislang nicht in den Inflationsdaten
widerspiegelt. Als Beobachter sei man verwundert, sagte LBBW-Analyst
Dirk Chlench. Die Verhängung und Erhöhung verschiedener US-Zölle hätten eine Verstärkung der Inflation erwarten
lassen.
„Den US-Unternehmen gelingt es offenbar, die Erhöhung
ihrer Einstandspreise durch Produktivitätsgewinne wettzumachen“, sagte Chlench. Zudem dürfte es laut dem Experten
abseits des Luxussegments derzeit schwierig sein,
Kostensteigerungen auf die Endverbraucher abzuwälzen. Auch Nord/LB-Experte Tobias Basse sprach davon, dass eine „beim Blick auf
die Vereinigten Staaten befürchtete Inflationskatastrophe“ weiterhin ausbleibe.