Ver.di ruft pro Donnerstag zu neuen Warnstreiks im Nahverkehr aufwärts

Stand: 16.03.2026 • 10:44 Uhr

Der nächste Warnstreik im Nahverkehr: In mindestens fünf Bundesländern sollen am Donnerstag die Busse und U-Bahnen in den Depots bleiben. Zwei Bundesländer könnten laut ver.di dazukommen.

Die Gewerkschaft ver.di hat erneut in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) aufgerufen. In Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg sollen am Donnerstag Busse und Bahnen ganztägig in den Depots bleiben, wie die Gewerkschaft mitteilte.

In Hessen entscheide sich im Laufe des Tages nach den aktuellen Verhandlungen, ob die Gewerkschaft dort ebenfalls zum Arbeitskampf aufruft, hieß es. In Bremen soll die Entscheidung am Mittwoch fallen.

Woche voller Arbeitskampf

In Nordrhein-Westfalen kommt es bereits am Dienstag zusätzlich zu Donnerstag in den meisten Regionen zu Warnstreiks im ÖPNV. Dazu hatte die Gewerkschaft bereits in der vergangenen Woche angerufen. Am heutigen Montag sollen in dem Bundesland zudem Beschäftigte in den Verwaltungen und Kundenzentren die Arbeit niederlegen. Auch in Sachsen wird der Nahverkehr bereits am Montag bestreikt.

Es ist der dritte großflächig koordinierte Arbeitskampf in den laufenden Tarifverhandlungen im ÖPNV, die ver.di parallel in allen Bundesländern führte. In Baden-Württemberg sowie in Schleswig-Holstein gibt es bereits Einigungen. „In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang“, teilte die Vize-Vorsitzende von ver.di, Christine Behle, mit. „Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her.“

Tarifverhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen

Ziel der Gewerkschaft sei es, die hohe Belastung der Beschäftigten zu senken und die Berufe wieder attraktiver zu machen. Nur so könne man die hohe Personalfluktuation stoppen und den Mangel an Fahrerinnen und Fahrern bekämpfen.

In den Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden und Verkehrsunternehmen geht es in den meisten Bundesländern um bessere Arbeitsbedingungen im Rahmen der sogenannten Manteltarifverträge. Diese regeln etwa Arbeitszeit, Pausenlänge und freie Zeit zwischen den Schichten.

In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Verschont von Arbeitskämpfen blieb bisher vor allem Niedersachsen. Dort gilt bis Ende März eine Friedenspflicht während der nicht gestreikt werden darf.

Source: tagesschau.de