Venezuela: USA lockern Venezuela-Sanktionen, verhaltene Kritik aus Berlin

Vier Tage nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Soldaten hat sich die US-Regierung zur Zukunft des südamerikanischen Landes geäußert. US-Außenminister Marco Rubio stellte einen Drei-Phasen-Plan vor. Der erste Schritt sei die Stabilisierung des Landes, sagte Rubio, folgen sollen demnach Phasen der „Erholung“ und des „Übergangs“. Die Sprecherin von Donald Trump, Karoline Leavitt, machte unterdessen deutlich, dass es derzeit keinen Zeitplan für Wahlen in Venezuela gebe. Dafür sei es noch zu früh, sagte sie in einer Pressekonferenz.

USA kündigen Lockerung von Sanktionen an

Bis auf Weiteres kontrollieren wollen die USA die reichen venezolanischen Ölvorkommen. Das sagte US-Energieminister Chris Wright US-Medien zufolge. „Anstatt das Öl wie derzeit zu blockieren, werden wir es fließen lassen“, sagte Wright laut Reuters. Man werde das Öl an Abnehmer in den USA und weltweit verkaufen. Zu diesem Zweck lockern die USA nach Angaben des Energieministeriums gezielt bestimmte Sanktionen gegen Venezuela

Zwei Tanker mit mutmaßlichem Venezuela-Bezug beschlagnahmt

Bei zwei Militäreinsätzen haben die USA Öltanker beschlagnahmt, die gegen US-Sanktionen verstoßen haben sollen. Eines der Schiffe, die unter russischer Flagge fahrende Marinera, wurde im Nordatlantik festgesetzt. Das andere Schiff, der Supertanker Sophia, in der Karibik. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem teilte mit, beide Tanker hätten „entweder zuletzt in Venezuela angelegt oder waren auf dem Weg dorthin“. 

Bundesregierung äußert Zweifel an Legitimität des US-Vorgehens

Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul (beide CDU) hatten sich zunächst mit Kritik an den US-Angriffen auf Caracas und die Gefangennahme Maduros zurückgehalten, inzwischen kommen auch kritische Töne aus Berlin. Die US-Regierung habe „nicht überzeugend dargelegt, dass ihr Vorgehen völkerrechtskonform war“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Zudem verwies er auf den UN-Sicherheitsrat, in dem es keinen Konsens über die Bewertung des US-Militärschlags gebe. 

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