Nach dem Tod von drei Menschen in einem brennenden Tesla ermittelt nach einem Medienbericht die Staatsanwaltschaft – und schaltet das Kraftfahrt-Bundesamt ein. Ein Gutachten sieht Probleme bei der Tür-Notöffnung.
Vor sieben Monaten starben drei Menschen bei einem Unfall mit einem Tesla in Schwerte (NRW), weil sich die Türen nach dem Crash offenbar nicht öffnen ließen. Nun wurde deshalb das Kraftfahrt-Bundesamt eingeschaltet. Das berichtet die „Bild“-Zeitung und beruft sich auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.
Der Unfall ereignete sich im September 2025: Ein 43-Jähriger kam von der Straße ab und prallte gegen einen Baum, nachdem ein 57-jähriger Passat-Fahrer verbotswidrig überholt hatte. Der Tesla fing nach dem Unfall Feuer, der Fahrer und zwei Kinder verbrannten in dem Wagen. Ein weiteres Kind überlebte nur, weil eine Tür bei dem Unfall weggeschleudert worden war, und es sich selbst retten konnte. Gegen den 57-jährigen Passat-Fahrer wurde inzwischen ein Verfahren eröffnet, wie der WDR berichtet. Dabei soll geklärt werden, wer für den Tod der drei Opfer verantwortlich ist.
Ein Gutachter stellte dabei fest, dass die automatische Tür- und Fensteröffnung des Fahrzeugs versagte, berichtet nun die „Bild“-Zeitung. Warum das System nicht funktionierte, blieb unklar. Eine direkte Schuld des Herstellers sieht die Staatsanwaltschaft daher nicht.
Ähnliche Fälle gab es aber bereits: 2022 starben zwei 18-Jährige in Brandenburg, ebenfalls weil sich die Türen eines Tesla nach einem Unfall nicht öffnen ließen.
Das aktuelle Gutachten wurde nun an das Kraftfahrt-Bundesamt weitergeleitet. Die Behörde sieht jedoch die niederländische Zulassungsstelle für Tesla in der EU zuständig. Hintergrund der Debatte sind die versenkten, elektrisch gesteuerten Türgriffe vieler Tesla-Modelle, die bei Stromausfall Probleme bereiten können. China hat solche Systeme ab 2027 verboten.
Unterdessen erlauben die Niederlande als erstes EU-Land die Nutzung einer Tesla-Selbstfahrfunktion. Die Verkehrsbehörde RDW genehmigte das System „FSD Supervised“, bei dem das Auto Lenkung, Bremsen und Einparken übernimmt – allerdings nur unter ständiger Aufsicht des Fahrers. Eine Ausweitung auf weitere EU-Staaten gilt als möglich.
kami
Source: welt.de