USA zeigen sich nachher Berichten zu russischer Hilfe für jedes Iran unbeeindruckt

Stand: 07.03.2026 • 08:46 Uhr

Wie US-Medien berichten, ermöglichen Daten aus Russland iranische Angriffe auf das US-Militär im Nahen Osten. Das Weiße Haus widerspricht diesen Berichten nicht – spielt ihre Bedeutung aber herunter.

Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge, Radaranlagen, Einrichtungen zur Truppenführung – wo im Nahen Osten sich welche militärischen Einrichtungen beziehungsweise Waffensysteme der USA befinden, das erfährt der Iran seit Kriegsbeginn aus Moskau. Zuerst berichtete die Washington Post darüber, später zogen andere US-Medien nach und bezogen sich auf nicht genannte Regierungsmitarbeiter.

Demnach handelt es sich bei den weitergegebenen Daten um Zielinformationen, die es dem Iran ermöglichen, US-amerikanischen Streitkräfte anzugreifen. Die Russen erstellen sie den Angaben nach mithilfe eigener Satellitenbilder und reichen sie dann an Teheran weiter.

Informationen spielen für Weißes Haus „keine Rolle“

„Die sind taktisch wichtig“, sagte Peter Mansoor, pensionierter Offizier der US-Armee, bei CNN zur Bedeutung solcher Zielinformationen. „Die Iraner können sie dazu verwenden, ihre Drohnen und Raketen auf bestimmte Ziele zu richten, um Menschen zu töten und Einrichtungen zu zerstören. Dies ist eine wirklich entscheidende Entwicklung.“

Das Weiße Haus widerspricht den Medien-Berichten nicht. Im Sender Fox News danach gefragt, sagte Karoline Leavitt, die Sprecherin des Präsidenten, ob das tatsächlich geschehen sei, spiele „ehrlich gesagt keine Rolle“. Denn Donald Trump und das US-Militär seien dabei, dass“schurkische iranische Terrorregime vollständig zu vernichten“, so Leavitt.

Kurz darauf hakte eine Reporterin nach: Wo doch bereits sechs amerikanische Soldaten ihr Leben durch iranische Raketen verloren haben – da spiele es „keine Rolle“, dass Moskau Teheran mit Zielinformationen beliefere? Was den Militäreinsatz angehe, mache das keinen Unterschied, antwortete Leavitt, schließlich „dezimiere“ man die Iraner gerade.

Abgeordneter fordert Konsequenzen

Dem republikanischen Abgeordneten Mike Lawler gefällt es nicht, dass das Weiße Haus die Weitergabe der Zielinformationen herunterspielt. Denn die Sicherheit und das Wohlergehen der eigenen Soldaten zu gewährleisten, habe oberste Priorität.

„Wenn Russland tatsächlich Informationen an den Iran weitergibt, was anzunehmen ist angesichts ihrer Beziehungen und der Abhängigkeit von iranischen Drohnen beim Krieg in der Ukraine, muss das Konsequenzen haben.“

Bolton hofft auf Einsicht Trumps

Wie die Washington Post schreibt, lasse sich das Muster der iranischen Angriffe auf amerikanische Ziele mit den Informationen aus Russland erklären. „Das Beste, worauf wir hier hoffen können, ist, dass Trump versteht, dass Wladimir Putin nicht sein Freund ist“, sagte John Bolton, in Trumps erster Amtszeit Nationaler Sicherheitsberater. „Das wäre ein bedeutender strategischer Durchbruch.“

Wenn Trump erkennen würde, dass er es im Kreml mit einem Gegner und nicht mit einem Freund zu tun habe, dann wäre das ein großer Schritt nach vorne, so Bolton. Mit Trump überwarf er sich vor Jahren. Für dessen Amtsführung hat er nur noch scharfe Kritik und ätzenden Spott übrig.

Source: tagesschau.de