Die US-Armee startet am Montagnachmittag ihre Seeblockade – allerdings deutlich begrenzter als zunächst von Donald Trump angekündigt. Die Maßnahme treibt die Ölpreise weiter nach oben. Ein erster Tanker kehrte bereits vor der Straße von Hormus um.
Die US-Armee beginnt eigenen Angaben zufolge am Montagnachmittag mit ihrer Blockade der Straße von Hormus. Ab 16.00 Uhr MESZ werde allen Schiffen die Passage untersagt werden, „die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder von dort auslaufen“, erklärte das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom am Sonntag im Onlinedienst X.
Die US-Marine werde „die Freiheit der Schifffahrt für Schiffe, die die Straße von Hormus von und zu nicht-iranischen Häfen durchqueren, nicht beeinträchtigen“, teilte Centcom weiter mit. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in seinem Onlinedienst Truth Social erklärt, die US-Streitkräfte würden „mit sofortiger Wirkung damit beginnen, alle Schiffe zu blockieren, die versuchen, in die Straße von Hormus einzufahren oder sie zu verlassen“.
Vor Beginn der angekündigten Blockade meiden viele Öltanker Schifffahrtsdaten zufolge die Straße von Hormus. Ein unter der Flagge Maltas fahrendes Schiff hat demnach an der Meerenge bereits kehrtgemacht. Andere Tanker mit Ziel in arabischen Nachbarstaaten passieren die wichtige Wasserstraße jedoch weiterhin.
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Die Ankündigung der Blockade durch Trump erfolgte nach dem Scheitern von direkten Verhandlungen mit Teheran. Als Grund nannte der US-Präsident Teherans Weigerung, beim Atomprogramm Zugeständnisse zu machen.
Ölpreis steigt angesichts drohender US-Blockade
Die Ankündigung der US-Blockade trieb die Ölpreise am Montag über die Marke von 100 Dollar. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um rund acht Prozent auf 102,80 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI stieg um 8,6 Prozent auf 104,88 Dollar.
Zuvor waren Verhandlungen in Pakistan zwischen den USA und dem Iran über eine Beendigung des Krieges gescheitert. US-Vizepräsident JD Vance sagte, es seien gute Gespräche gewesen, es habe jedoch keine Einigung gegeben. Knackpunkt war laut Vance Teherans fehlende Zusage für einen Verzicht auf Atomwaffen.
Seit Beginn des Iran-Krieges ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert.
Nur iranische Schiffe oder vom Iran genehmigte Schiffe, die teilweise Geld zahlten, durften die Meerenge passieren. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen weltweit die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
APF/Reuters/jmr
Source: welt.de