„USA, USA“-Rufe – extra 5000 Teilnehmer wohnhaft bei Demo für jedes den Umsturz im Iran in Hamburg

In vielen westlichen Städten gehen Tausende Exil-Iraner und Unterstützer auf die Straße, um für einen Wandel im Iran zu protestieren. Einige feiern Donald Trump für die Luftschläge. Die größte Kundgebung in Deutschland ist in Hamburg.

Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran haben zahlreiche Menschen in vielen westlichen Großstädten für einen Machtwechsel in Teheran demonstriert – darunter auch in Hamburg, München und Berlin.

In der Hansestadt fand die deutschlandweit größte Kundgebung statt. Am Samstag zogen rund 5500 Menschen mit Flaggen des Irans, der USA, Israels und Deutschlands durch Hamburg. Die Demonstration war schon vor längerer Zeit angemeldet worden und stand unter dem Motto „Nein zur Islamischen Republik Iran!“.

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Es gab Trommeln und auch „USA, USA“-Rufe. Einigen Demonstranten standen Tränen in den Augen. Redner betonten die Bedeutung eines möglichen Machtwechsels in Teheran. Laut dem Norddeutschen Rundfunk sagte Reza Zare, einer der Veranstalter der Demo: „Wir warten seit 47 Jahren auf den Moment.“ Dieser Krieg sei für die Iraner.

Mann versucht über Zaun an iranischer Botschaft zu klettern

In Berlin nahmen nach Polizeiangaben 1600 Menschen und damit weniger als erwartet an der Demonstration „Freiheit für Iran“ teil. Die Kundgebung startete am Samstagnachmittag am Potsdamer Platz und ging bis zum Brandenburger Tor. Die Polizei war mit 450 Beamten im Einsatz. Videos zeigen, wie Teilnehmer ausgelassen feiern.

Zudem gab es in Berlin weitere Versammlungen zur Lage im Iran. An einer Demonstration am Neptunbrunnen in der Nähe des Roten Rathauses nahmen nach Polizeiangaben in der Spitze 160 Menschen teil. Auch an der Botschaft Irans in Dahlem gab es eine Versammlung, an der rund 30 Menschen teilnahmen. Dabei habe ein Mann, der kein Versammlungsteilnehmer gewesen sei, versucht, mit einer Flagge über den Zaun der Botschaft zu klettern. Polizeikräfte hätten ihn jedoch daran gehindert, sagte die Polizeisprecherin.

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In München demonstrierten rund 500 Menschen gegen die Führung in Teheran. Einem Polizeisprecher zufolge verlief die Demonstration friedlich. Zu Beginn kamen demnach rund 250 Teilnehmende zu einer Kundgebung am Gärtnerplatz zusammen. Später sei der Protestmarsch an zwei weiteren Versammlungen vorbeigezogen, sodass sich rund 250 weitere Demonstrierende anschlossen. Auch in Frankfurt gab es Proteste.

Exil-Iraner in den USA feiern Tod von Chamenei

In den USA gab es ebenfalls Proteste in mehreren Städten. Größere Demonstrationen fanden unter anderem in Washington, New York und Los Angeles statt. Viele feierten den Militärschlag und den Tod des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei.

„Dies ist ein fantastischer Tag, den wir uns nicht einmal in unseren Träumen vorstellen konnten“, zitiert die „Los Angeles Times“ eine Demonstrantin. „Hoffentlich wird sich das Regime ändern, der Schah wird nach Hause zurückkehren und wir werden eine glorreiche Zukunft für den Iran haben.“

Hunderte Exil-Iraner versammelten sich am Samstag im Stadtteil Westwood mit historischen iranischen Flaggen mit dem Löwen aus der Zeit vor der islamischen Revolution. Einige zeigten auch ihre Unterstützung für US-Präsident Donald Trump, Israels Premierminister Benjamin Netanyahu und Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs von Persien.

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Der Großraum Los Angeles ist mit fast 140.000 Menschen weltweit der Ort außerhalb des Irans, an dem die meisten Menschen iranischer Abstammung leben, darunter auch armenische oder jüdische Iraner, die nach der Revolution von 1979 oder der Niederschlagung der Proteste von 2009 geflohen sind.

Auf einer Demonstration in Washington kritisierten Demonstranten auch das Vorgehen der USA. Dort war bei den Protesten auch eine überlebensgroße Figur von US-Präsident Donald Trump zu sehen, die in Häftlingskleidung durch die Straßen ging – über ihr ein großer Schriftzug, der eine Amtsenthebung Trumps fordert.

sebe mit dpa

Source: welt.de

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